19. Juli
Die Situation am Arbeitsmarkt wirkt sich stark auf die Familien aus. Wer in einem unsicheren Arbeitsverhältnis wie der Leiharbeit steht, traut sich kaum, eine eigene Familie zu gründen“, sagte der Vorsitzende der Arbeitnehmergruppe der CDU/CSU-Bundestagsfraktion Peter Weiß am 17. Juli 2010 auf dem Bezirkstag der Christlich-Demokratischen-Arbeitnehmerschaft (CDA) Württemberg-Hohenzollern in Munderkingen. Der Tag stand unter dem Motto: Gesellschaft braucht Familie – Familie braucht Zukunft. Die Unionsfraktion bekenne sich zum Instrument der Leiharbeit zur Abdeckung von Auftragsspitzen oder kurzfristig auftretender Vakanzen. Die Betriebe benötigen diese Flexibilität. „Zunehmend wird die Leiharbeit jedoch missbraucht und qualifizierte Beschäftige werden über Leiharbeitsfirmen jahrelang eingestellt. So werden faktisch die Tarifverträge der eigenen Branche unterlaufen,“ erklärte Peter Weiß. Durch eine geringere Bezahlung der Leiharbeiter würden nicht nur die Beschäftigten um einen angemessenen Lohn gebracht. Es würde auch ein verzerrender Wettbewerb über die Löhne zu Lasten von Unternehmen in Gang gesetzt, die ihre Beschäftigten anständig bezahlen. Deshalb sei es zentrales Ziel der Sozialpolitiker der Union, einen Mindestlohn für die Zeitarbeit zu vereinbaren. Peter Weiß informierte die Anwesenden darüber, dass die Bundesarbeitsministerin an einer entsprechenden gesetzlichen Regelung arbeite. Darin werde unterbunden, dass Unternehmen über verflochtene Partner reguläre Beschäftige in niedriger entlohnte Zeitarbeit verschieben. Der Vorsitzende der Arbeitnehmergruppe zeigte sich überzeugt, dass auch für den Equal Pay-Grundsatz eine entsprechende Lösung gefunden wird. Peter Weiß lobte auch den vehementen Einsatz von Familienministerin Kristina Schröder, die Krippenplätze für Kinder unter drei Jahren auszubauen. „Wenn es um die Frage Kind oder Beruf geht, entscheiden sich viele junge Akademiker gegen Kinder, da sie ihren Wiedereinstieg in den Beruf durch eine mangelnde Betreuungsmöglichkeit gefährdet sehen. Doch Deutschland kann und will weder auf das know-how junger Akademikerinnen verzichten, noch auf Familien“, stellt Peter Weiß, selbst dreifacher Vater, fest. Deshalb sei es auch angesichts der Sparbemühungen wichtig, die angekündigten vier Milliarden Euro in den Krippenplatzausbau zu investieren.