Zwei Ereignisse bestimmten die Arbeit des CDA-Bezirksverbands Nordwürttemberg in den Jahren 2011 und 2012 ganz besonders.
Zum ersten die Landtagswahl in Baden-Württemberg am 27.März 2011. Die CDA war in vielen Kreisverbänden mit den Kandidaten unterwegs und mit der örtlichen CDU präsent. Aus zahlreichen CDA-Kreisverbänden kamen Mitglieder zur frühmorgendlichen Werktoraktion bei Daimler-Benz in Sindelfingen, suchten das Gespräch mit den Beschäftigten und verteilten Informationsmaterial. Zwar erreichte die CDU bei der Landtagswahl mit deutlichem Abstand die meisten Stimmen. Trotzdem reichte es nicht zur Fortsetzung der schwarz-gelben Koalition.
Der Verlust der Regierungsverantwortung führte zu erheblichen parteiinternen Diskussionen. In einer Arbeitsgruppe „Zukunftswerkstatt, in welcher der CDA-Bezirksvorsitzende die CDA Baden-Württemberg vertrat, wurden nach einem mitgliederoffenen Diskussionsprozess beim CDU-Landesparteitag am 21.Juli 2012 die Weichen für die Oppositionszeit gestellt. Die Arbeitsgruppe „Zukunftswerkstatt“ setzt ihre Arbeit fort mit dem Ziel, die Beschlüsse des Landesparteitags zu konkretisieren, zu ergänzen und umzusetzen. In dieser Arbeitsgruppe ist der CDA-Bezirksvorsitzende weiterhin Mitglied.
Ein zweiter Höhepunkt für die CDA war die bundesweite Kampagne gegen Niedriglöhne. Sie wurde beim CDU-Bundesparteitag am 15.November 2011 zu einem großen Erfolg für die CDA geführt. Alle CDA-Kreisverbände im Bezirk beteiligten sich an dieser Kampagne durch Initiativen in den jeweiligen CDU Kreisverbänden. Der CDA-Bezirksvorstand brachte einen Antrag beim CDU-Bezirksparteitag Nordwürttemberg am 1.November 2011 ein, der mit deutlicher Mehrheit angenommen wurde.
Für die Delegierten aus dem CDA-Bezirksverband Nordwürttemberg war es eine Selbstverständ-lichkeit, den CDA-Landesvorsitzenden Dr.Christian Bäumler bei seiner Kandidatur als Erster Stellvertretender CDA-Bundesvorsitzender zu unterstützen. Seine Wahl bei der CDA Bundestagung am 29.Mai 2011 stärkte auch die CDA in Nordwürttemberg.
In acht Sitzungen befasste sich der CDA-Bezirksvorstand in den letzten zwei Jahren mit aktuellen politischen und mit organisatorischen Themen. Hervorzuheben sind die beiden Sitzungen mit den Referaten des Vorstandsmitglieds Roderich Kiesewetter MdB und des kooptierten Vorstands-mitglieds Wilfried Klenk MdL.
In den zurückliegenden zwei Jahren nahm der Bezirksvorsitzende an Vorstandsitzungen in allen CDA-Kreisverbänden und bei der Jungen CDA teil, teilweise mehrfach. Da die politische Arbeit der CDA vor allem in den örtlichen Gliederungen stattfindet sind funktionierende Kreisverbände die Basis, auf welcher der Bezirksverband und die höheren Ebenen aufbauen. Die Unterstützung der Kreisverbände, beispielsweise bei der Pressearbeit oder bei Veranstaltungen war daher ein zentrales Ziel für den Bezirksverband. Von Bezirkspressereferent Helmut Hussenöder wurde eine Handreichung für die Pressearbeit der CDA ausgearbeitet. Mit zahlreichen Musterpressemitteilungen wurde den CDA-Kreisverbänden die Möglichkeit eröffnet, in den regionalen Medien und in CDU-Intern präsent zu sein. Der Internet-Auftritt des CDA-Bezirksverbands wird nach einem Beschluss des Bezirksvorstands jetzt von der CDA-Bundesgeschäftsstelle – kostenlos – betreut. Andreas Ziegler und Michael Kuttruff kümmerten sich um die Inhalte auf der Internet-Seite.
Mehrere Veranstaltungen von CDA-Kreisverbände wurden vom Bezirksverband finanziell und organisatorisch unterstützt. Als Beispiele seien die gemeinsame Veranstaltung der CDA Esslingen und der CDA Rems-Murr mit Ministerpräsident a.D. Erwin Teufel in Lichtenwald, das Presseseminar der Konrad-Adenauer-Stiftung in Bad Wimpfen und die Besichtigung der Kessler-Sektkellerei in Esslingen durch die Junge CDA genannt. Bei den CDU-Bezirksparteitagen Nordwürttemberg am 1.November 2011 und am 20.Oktober 2012 waren der CDA-Bezirksverband und die Junge CDA mit Informationsständen vertreten – übrigens als einzige CDU-Gruppierung aus dem Regierungsbezirk.
Nach wie vor nicht befriedigend ist die Tatsache, dass die CDA nicht in allen Kreisen Nordwürttembergs mit eigenen Kreisverbänden vertreten ist. Im Ostalbkreis gelang es im Berichtszeitraum dank der Unterstützung durch Roderich Kiesewetter MdB, Norbert Barthle MdB und CDU-Kreisgeschäftsführer Jürgen Dönninghaus mit Ulrich Jankowski den Einstieg in einen wieder aktivierten CDA-Kreisverband zu finden. Mit den CDU-Kreisvorsitzenden im Main-Tauber-Kreis, in Schwäbisch Hall und in Heidenheim wurden, bis in die jüngste Zeit hinein, mehrfach Gespräche mit dem Ziel geführt, auch dort die Unterstützung für eine Wiederbelebung der CDA-Kreisverbände zu bekommen.
Allen Mitgliedern des CDA-Bezirksvorstands Nordwürttemberg gilt mein Dank für ihre persönliche Unterstützung und Mitarbeit in den letzten beiden Jahren. Mein besonderer Dank geht an die CDA-Bezirksgeschäftsführerin Anneliese Hieke, die kompetent, engagiert und stets ansprechbar alle organisatorischen Aufgaben im Bezirk erledigt.

Ob bei Aldi oder Lidl – die Supermärkte und Discounter stehen voll mit Kühltheken. Damit Milch, Fleisch und Tiefkühlkost frisch und kalt bleiben, ist allerdings viel Energie erforderlich. Und ein Großteil davon wird verschwendet – als Abwärme. Die Firma ebm Papst im baden-württembergischen Mulfingen entwickelt Ventilatoren, die den Energieverbrauch eindämmen – egal ob es um Kühltheken oder Kühlschränke für den Hausgebrauch, um Wäschetrockner oder Kühlsysteme für EDV-Serverräume handelt. Für die CDA war das jetzt Grund, dem Unternehmen einen Besuch abzustatten.
Hauptgeschäftsführer Martin Kamp nutzte die Visite gemeinsam mit der CDA-Kreisvorsitzenden des Rems-Murr-Kreises, Monika Stier, dem Bezirksvorsitzenden der CDA Nordwürttemberg Gerhard Winter und weiteren Kollegen, um sich einen Einblick in die „Green Economy“ zu verschaffen. Sie sprachen dabei mit Dr. Bruno Lindl, Geschäftsführer Forschung und Entwicklung, Herrn Markus Mettler, Beauftragter für Umweltthemen und Ressourcen, und Hauke Hannig, dem Referenten des Vorsitzenden der Geschäftsführung.
Die Unternehmensvertreter erläuterten, dass der Nachwuchs bei dem Thema eine wichtige Rolle spiele: Unter dem Motto „Die Welt grüner machen“ entwickelten ebm-papst Azubis eine globale Nachhaltigkeits-Kampagne. Umweltschutz, Nachhaltigkeit und Effizienz innerhalb der weltweiten Belegschaft stärker verankern. Ein Jahr lang, so die Idee der jungen Kollegen, wird im wöchentlichen Wechsel eine der weltweiten ebm-papst Niederlassungen eine "grüne" Aktionswoche veranstalten.
Martin Kamp: „Beim ebm Papst zeigt sich: Mit Köpfchen und Innovation können die Energiewende und der Übergang zu einer ressourcensparenden Wirtschaft gelingen. Und obendrein entstehen dabei Arbeitsplätze.“
Einen Solidarbeitrag der Spitzenverdiener und Vermögenden in Deutschland fordern die CDU Sozialauschüsse (CDA) auf ihrer Landestagung in Stuttgart im dort beschlossenen Leitantrag. "Die Lasten der Eurokrise dürfen nicht alleine von den Arbeitnehmern getragen werden. Die oberen 10 Prozent der Einkommensbezieher haben in den letzen 10 Jahren von den Exporterfolgen der deutschen Wirtschaft besonders profitiert, während die Arbeitnehmer diese wirtschaftlichen Erfolge durch Lohnverzicht erst ermöglicht haben. Ein Solidarbeitrag der Spitzenverdiener und Vermögenden ist gerade in der Eurokrise ein Gebot der Gerechtigkeit“, fordert der CDA Landesvorsitzende Christian Bäumler.
Der Leitantrag "Soziale Marktwirtschaft in Europa" spricht sich dafür aus, den Spitzensteuersatz bei Jahreseinkommen von mehr als 250 000 Euro bei Alleinstehenden und 500 000 bei Verheirateten heraufzusetzen. Eine Vermögensabgabe kommt für die CDA ab 2 Millionen Vermögen in Betracht. Im Leitantrag heißt es, Konrad Andeauer und Ludwig Erhard hätten den Lastenausgleich, Helmut Kohl die Ergänzungsabgabe durchgesetzt. Die Einnahmen sollen für die Schuldentilgung im Rahmen des Fiskalpakts eingesetzt werden. Die CDU Arbeitnehmerorganisation wirbt auch für eine europäische Arbeitnehmercharta, die Arbeitnehmerrechte wie Kündigungsschutz und Streikrecht überall in der Europäischen Union garantieren soll.
Eine Vermögensabgabe in Hohe von 1 Prozent zur Schuldentilgung kann sich die CDA auf 5 Jahre befristet vorstellen."Wer stärkere Schultern hat, muss mehr leisten als derjenige, der schwächere hat. Die Sparvorgaben des Fiskalpakts kann Deutschland nur mit Hilfe der Spitzenverdiener und Vermögenden bewältigen“, erklärt der CDA Landesvorsitzende.
CDU Landesvorsitzender Thomas Strobl geiselte in seinem Grußwort die Haushaltspolitik der grünroten Landesregierung. Sie vergreife sich an denjenigen, die sich nicht wehren können. Die Kürzungen der Gehälter von jungen Beamten und die Streichung des Landeserziehungsgeldes lehne die CDU ab. Gerade die Streichung des Landeserziehungsgeldes treffe Geringverdiener. Die CDA lobte der CDU Landesvorsitzende wegen ihrem Einsatz für die sozial Schwachen. Die CDU Baden-Württemberg und die CDA hätten gemeinsam auf dem letzten Bundesparteitag eine Lösung für die Lohnuntergrenze gefunden.
CDA Bundesvorsitzender Karl-Josef Laumann kritisierte im Arbeitnehmerforum der CDA die noch immer ausstehende Umsetzung des Parteitagsbeschlusses zum Mindestlohn
" Wenn der CDU der Mindestlohn so am Herzen liegen würde, wie der CSU das Betreuungsgeld, hätte die Partei die FDP in dieser Frage längst niedergerungen", kritisierte Laumann. Die Bekämpfung der Altersarmut nannte der CDA Bundesvorsitzende ein zentrales Thema für die Bundestagswahl 2013.
Die Landestagung sprach sich auf Antrag der CDA Nordbaden einstimmig gegen eine Absenkung des Rentenniveaus von 51 Prozent auf 43 Prozent des Nettolohnniveaus aus. Der CDU Bundesparteitag müsse Anfang Dezember ein Konzept zur Vermeidung der Altersarmut beschließen, um die Weichen für die Bundestagswahl zu stellen, forderte der CDA Landesvorsitzende.
Bäumler wurde von der Landestagung mit 66 Jastimmen bei 2 Nein und einer Enthaltung als Landesvorsitzenden der CDU Arbeitnehmerorganisation bestätigt. Karin Möhle, Sabine Lauer und Heinz wurden wieder zu stellvertretenden Landesvorsitzenden gewählt. Uwe Kleibaur wurde Schatzmeister, Dietmar Maldacker Pressesprecher und der 20 Jährige Julian Scharz als jüngstes Vorstandsmitglied Internetbeauftragter. Zu Beisitzern wurden Sabine Blaschka, Monika Wüllner, Ulrich Scheurer, Michael Kuttruff, Irene Straub, Lutz Geier, Norbert Scheuble, Michael Segner, Gabriele Voll Oelke, Ottmar Schmidt, Winfried Ploetze, Djahan Salar, Claudia Wiese, Barbara Herrling, Friedrich Scherer und Berthold Henge gewählt.
Beschluss der Vorstände vom 8. September 2012
Gesetzliche Rentenversicherung stärken:
Lebensleistung anerkennen, Altersarmut bekämpfen
I.
Die CDA Deutschlands und die CSA Arbeitnehmer-Union in Bayern bekennen sich zur gesetzlichen Rentenversicherung. Sie ist für die meisten Menschen die wichtigste Säule der Alterssicherung und soll es auch in Zukunft bleiben. Als umlagefinanzierte Sozialversicherung ist die gesetzliche Rentenversicherung nicht wie die kapitalgedeckten Vorsorgesysteme den Finanzmarktrisiken ausgesetzt. Wie wichtig das ist, hat sich gerade vor dem Hintergrund der Finanzmarktkrise erneut gezeigt. Die gesetzliche Rentenversicherung ist ein beitragsbezogenes Alterssicherungssystem. Es leistet mehr als nur bloße Existenzsicherung oder Armutsvermeidung. Vielmehr orientiert sich die Höhe der Rente an der Lebensleistung und spiegelt diese nach dem Erwerbsleben wider. Damit ist die beitragsbezogene gesetzliche Rente zugleich Ausdruck unseres Verständnisses von Subsidiarität. Die Versicherten sorgen im Rahmen der Rentenversicherung selbst für das Alter vor. Sie sind so nicht auf den Staat angewiesen; und sie müssen auch nicht - wie Fürsorgeempfänger - Bedürftigkeitsprüfungen über sich ergehen lassen. Sie können dem Staat selbstbewusst und auf Augenhöhe gegenübertreten - und nicht als Bittsteller. Allen Bestrebungen, den Beitragsbezug aufzuheben und die Rentenversicherung auf eine steuerfinanzierte Grund- oder Einheitsrente zu reduzieren, treten wir entschlossen entgegen. Zugleich ist die gesetzliche Rentenversicherung eine öffentlich-rechtliche Institution. Als Sozialversicherung sichert sie die Risiken Langlebigkeit, Invalidität und Tod in einer Weise und in einem Umfang ab, wie es der Privatversicherung nicht möglich ist. Das individuelle Risiko – zum Beispiel Vorerkrankungen, Behinderung—spielt für die Beitragsbemessung keine Rolle. Die gesetzliche Rentenversicherung zahlt darüber hinaus nicht nur Renten aus, sondern sie gewährt auch Leistungen zur Prävention und Rehabilitation. Stabile Beschäftigung und auskömmliche Löhne bilden die Grundlage für den Aufbau einer angemessenen Alterssicherung.
II.
Das Rentenniveau wird vor dem Hintergrund der demographischen Entwicklung schrittweise auf 43 Prozent abgesenkt. Zudem ist die Zahl der Geringverdiener in den vergangenen Jahren stark angestiegen. Für eine wachsende Zahl von Menschen werden die Rentenansprüche nicht mehr das Niveau der Grundsicherung im Alter („Sozialhilfe“) erreichen. Wenn sie im System der Grundsicherung beitragsfrei das bekommen, wofür sie in der gesetzlichen Rente jahrzehntelang Beiträge zahlen, gerät das System an die Grenzen seiner Legitimation. Schon jetzt sind fast zehn Prozent der Erwerbsminderungsrentner Grundsicherungsempfänger. Der Rückgang der Zahlbeträge der gesetzlichen Erwerbsminderungsrenten ist besonders dramatisch, weil es aufgrund des individuellen Risikos in der zweiten und besonders in der dritten Säule für viele Menschen gar nicht möglich ist, das Invaliditätsrisiko abzusichern.
III.
Vor dem Hintergrund dieser Entwicklung fordern wir die Bundesregierung und die CDU/CSUBundestagsfraktion auf, in Umsetzung mehrerer CDU-Parteitagsbeschlüsse (u.a. aus den Jahren 2003, 2008 und 2010), des Regierungsprogramms von CDU und CSU zur Bundestagswahl 2009 und des Koalitionsvertrages aus dem Herbst 2009 noch in dieser Wahlperiode ein Konzept zur Bekämpfung der Altersarmut und zur Verbesserung des Erwerbsminderungsschutzes zu erarbeiten und im Deutschen Bundestag zu verabschieden.
Die Maßnahmen sollen sicherstellen,
• dass langjährige Beitragszahler zur gesetzlichen Rentenversicherung auch dann, wenn sie unterdurchschnittlich verdient haben, im Alter eine Rente oberhalb der Grundsicherung erhalten;
• dass (voll) erwerbsgeminderte Menschen in der Regel nicht in die Grundsicherung fallen. Sie sollen eine Rente bekommen, die einen Bezug zu ihrem früheren Erwerbseinkommen aufweist.
Wir, die CDA Deutschlands und die CSA Arbeitnehmer-Union in Bayern, werden unser Vorstellungen im Rahmen eines rentenpolitischen Kongresses am 22. Oktober 2012 in Berlin konkretisieren. CDA und CSA werden auf den bevorstehenden Parteitagen von CDU und CSU Anträge zur Rentenpolitik einbringen.

Joachim Mannhart - ein Teilnehmer dieser Reise
Reisebericht von der Reise nach Südengland vom 26. 5. 2012 bis 3. 6. 2012
Eine Reise mit dem CDA – Christlich-Demokratische Arbeitnehmerschaft Deutschlands
Planung und Reiseleitung: Vroni und Michael Kuttruff
Organisation und Durchführung: Fa. Trabold, Stein – Uwe Schmidt Manager und Busfahrer.
Jährlich wird eine größere Reise vom CDA angeboten. Diesmal hatten wir an Pfingsten nichts vor und so beschlossen Rosi und ich mitzufahren, weil erfahrungsgemäß das Reiseprogramm unseren Wünschen entsprach.
Vorneweg gleich der Hinweis, dass meine Eindrücke und Einschätzungen sehr persönlich und damit subjektiv sind. Daher hat dieser Bericht keinen Anspruch auf Vollständigkeit und Ausgewogenheit schon gar nicht auf Objektivität.
Sa. 26. 5. Abfahrt 3.30 Uhr in Duttenberg
Pfälzer Wald – Hunsrück – Eifel – Ardennen – Frühstückspause bei Lüttich mit reichlich Wurst, Käse, Hefezopf, Kaffee von Vroni mitgebracht und serviert (ofenfrische Weckle aus Duttenberg) - Brüssel – Flandern (Rast mit einem Tai Chi Kurs zur Auflockerung).
Ankunft in Calais nach 680 km um 14.00 Uhr.
Abfahrt der Fähre 15.20 Uhr nach Dover.
Ankunft in Dover mit den von weitem sichtbaren Kreidefelsen um 16.30 Uhr
(1 Stunde zurück).
18.30 Uhr Ankunft im Hotel in London im südlichen Vorort Croydon.
Am Abend gab es Gemüsesuppe (Starter), Huhn mit Reis (Mains), Eistorte (Dessert). Ein Pint of Lager rundete das Ganze ab. Zum Ausgehen hatten wir nach dem frühen Aufstehen und der langen Fahrt keine Lust mehr. So blieb nur der Absacker an der Bar.
So. 27. 5. 8.30 Uhr London-Führung
Nach dem reichhaltigen englischen Frühstück mit Rührei, Schinken, Bohnen, Tomaten, Pilzen, gebratener Blutwurst und Toastbrot Abfahrt vom Hotel zum Tower, wo uns der gut Deutsch sprechende Reiseleiter begrüßte. Der Tower ist wohl der älteste Teil Londons. In ihm ist u. a. der Thronschatz aufbewahrt und von Raben bevölkert. Damit die Raben nicht fortfliegen können, sind die Flügel gestutzt. Es gilt nämlich, London und damit das Königreich ist verloren, wenn es keine Raben mehr im Tower gibt. Unser Stadtführer hat uns während der dreistündigen Führung allerhand Wissenswertes über London in seiner witzigen Art erzählt, das sonst in keinem Reiseführer steht. Er hatte den typisch englischen, trockenen Humor mit etwas Selbstironie was gut ankam. London hat ca. 7,5 Mio Einwohner auf einer 16000 qkm großen Fläche und ist in 33 Bezirke geteilt. Greater London schätzt man auf 15 Mio. Da es keine Meldepflicht in England gibt, ist das also nur eine Annahme. Kinder, Jugendliche bis 16 und Rentner dürfen alle Verkehrsmittel kostenlos benutzen.
Nach Tower und Towerbridge, Southwark, Southbank (früher ein heruntergekommenes Hafenviertel – heute schicke, teure Büroviertel), Westminster Bridge, Houses of Parliament, Westminster Abbey, St James´s Park, Buckingham Palace, Mall, Piccadilly Circus, Trafalgar Square mit Nelson Monument war um 13 Uhr die Führung mit Bus und teilweise zu Fuß beendet. Der BIG Ben ist die 13 Tonnen schwere Glocke im Westminster Tower und schlug justament den berühmten Westminster Schlag.
Ab 13.00 Uhr konnte jeder für sich die Stadt selbst erkunden. Während unseres Aufenthaltes wurden gerade die Feierlichkeiten zum Diamont Jubilee der Königin vorbereitet. Ein Hipe der Beispielhaftes sucht und von allen Bevölkerungsschichten als große Party gefeiert wird. Da fällt mir ein, dass es um 1650 Oliver Cromwell einmal gelungen ist die Monarchie für kurze Zeit abzuschaffen. Dafür wurde er geköpft und der alte Zustand bis heute beibehalten.
Rosi und ich gingen entlang der Victoria Embankment am Themse Fluss entlang bis zur St. Pauls Cathedral. Wir hatten Glück, gerade war der Gottesdienst zu Ende und wir konnten einen Blick hineinwerfen. Die anglikanische Staatskirche feiert die Messe mit dem gleichen Brimborium wie die Katholiken, insofern ist sie nicht unterscheidbar, nur dass der Papst nicht anerkannt wird. Anmerkung: Es gibt die sog. High Church, die anglikanische Kirche und die Low Church, das sind die Protestanten und alle anderen. Aber es gibt nur ein Gesang- und Psalmbuch für alle.
Zurück ging es über die Fleet Street (viele Zeitungen und Druckereien), vorbei an der Kirche St Clemens, wo ein Denkmal eines besonderen Freundes der Deutschen steht: Fliegeradmiral Harries, der das Bombardement auf die deutschen Städte befohlen hat.
Der Covent Garden ganz in der Nähe, ein ehemaliger Blumen- und Gemüsemarkt reizt zu einem Besuch. Allerlei spontane Kunsteinlagen heitern die Besucher auf. Eine sehr entspannte und heitere Atmosphäre geht auf die Zuschauer über.
In der Nähe von Charing Cross ist The Strand. Hier wuchs Charles Dickens in ärmlichen Verhältnissen auf. Er hat wie kein anderer englischer Schriftsteller die Londoner Zustände im 19. Jahrhundert beschrieben: deprimierend, sozialkritisch und düster.
Beim Trafalgar Square erinnert Nelsons Denkmal an die Seeschlacht vor Trafalgar 1805, wo die spanisch-französische Armada geschlagen wurde. Das war der Anfang vom Ende Napoleons. Der Rest wurde bei Waterloo vollendet. Am Platz ist auch die National Gallery. Es ist außer dem Würth Museum in Schwäbisch Hall die einzige Galerie, wo bei kostenfreiem Eintritt Weltkunstwerke betrachtet werden können (Rubens Dürer, Rafael, da Vinci etc.).
Am Trafalgar Square zweigen die wichtigen Alleen ab, The Mall zum Buckingham Palast und Whitehall Street (Regierungsviertel) und Horse Gards, die königliche Kavallerie.
Hochachtung vor Rosis Durchhaltevermögen, klaglos hat sie durchgehalten.
17.30 Rückfahrt zum Hotel.
Mo 28. 5. 9.00 Uhr Abfahrt Richtung Südwest
Die erste Station war Stonehenge bei Salisbury. Die Steinkreise aus der Bronzezeit wurden etwa von 3000 bis 1600 vor Christus erstellt. Je länger man sich mit dem Sinn und Zweck der Anlage, und vor allen Dingen wie dieses erstellt wurde, beschäftigt, desto unklarer die eindeutige Zuordnung. Eine Fluchtlinie zwischen dem Mittsommersonnenaufgang und dem Mittwintersonnenuntergang deutet auf einen kultischen Hintergrund hin. Jedenfalls haben die Hippies aus den 70er Jahren mit ihren Happenings an dieser Stelle erst die bürgerliche Gesellschaft auf diese Kultstätte wieder gebracht. Die großen Steine (Monolithen) haben ein Gewicht von ca. 45 t und die kleineren ein Gewicht von 5 t. Ein weiteres Rätsel bleibt deren Transport vom ca. 380 km entfernten Südwales und die senkrechte Errichtung der Steine.
Zur Mittagsrast gab es Jagstfelder Leberkäs und Duttenberger Holzofenbrot. Da der Wechselrichter im Bus ausfiel musste der Leberkäse kalt verzehrt werden – hat aber trotzdem jedem geschmeckt.
17.30 h Ankunft im Hotel in Plymouth. Dies sollte für 5 Tage Ausgangspunkt für unsere weitere Reise sein. Ein sehr ordentliches Hotel mit einem aufmerksamen Service und guter Küche.
Am Abend haben Rosi und ich noch eine Tour zum alten, pittoresken Hafen gemacht. Heute ist dies ein Yachthafen und ein Künstler- und Vergnügungsviertel. Der neue Hafen mit Fährverbindung nach Frankreich ist etwas außerhalb.
Die 29. 5. Abfahrt 9.00 Uhr am Hotel Richtung Südwest
Erste Station war Looe, sehr idyllisch an einem schmalen Meeresarm an der Steilküste gelegen. Durch den reichen Fischbestand hat es früher viele Haifische angelockt und wurde dadurch bekannt.
Zweite Station mit längerem Aufenthalt war das pittoreske Dörfchen Polperro. Ganz versteckt in einer Bucht hat es früher viele Schmuggler und illegale Schnapsbrenner angelockt. Bis vor 100 Jahren konnte man den Ort auf dem Landweg nur mit Maultieren erreichen. Drehort für Pilcher Filme.
Eine außergewöhnliche Anlage war die nächste Station: Eden Project – eine karitative Stiftung aus dem Bildungsbereich (www.edenproject.com). In der ehemaligen Kaolingrube hat eine private Stiftung einen botanischen Garten erstellt, der seinesgleichen sucht. Von 1997 – 2001 wurde das Gelände renaturiert zu einem educational-botanic Park. Es ist, wohlgemerkt eine populär-wissenschaftliche Anlage, die allen gesellschaftlichen Kreisen im Bildungsbereich offen steht. Unter riesigen Zeltdächern wurden neben vielen anderen Einrichtungen ein Regenwald-Biom, ein Mittelmeer-Biom und ein Freigelände-Biom geschaffen.
Der letzte Programmpunkt für den heutigen Tag war das Landhaus Lanhydrock bei Bodmin mit einem 30 a großen Park bestehend aus seltenen Bäumen, Magnolien und Rhododendrons. Ein extrem kurz geschnittener Rasen (1mm) rundet das Bild ab. Das Haus hat 49 Zimmer und gehört dem National Trust.
Nach dem Abendessen Bummel durch Barbican, dem Künstlerviertel von Plymouth.
Mi 30. 5. 8.30 Uhr Abfahrt vom Hotel Richtung Land´s End
Zunächst ging es nach St. Michael´s Mount auf einer Insel. Es ist das kleinere Duplikat vom großen Saint Michel in der Normandie. Bei Flut muss man das Boot nehmen, sonst auf einem betonierten, glitschigen Weg zu erreichen. Das Schloss wurde 1954 vom 3. Lord von Levan dem National Trust übergeben, der es restauriert hat und auch für die weitere Unterhaltung sorgt. Das Schloss ist geschmackvoll hergerichtet, überschaubar und nicht so überlaufen wie das große Pendant. Der National Trust ist eine typische, britische Einrichtung. Auf vollkommen privater Basis sind auf breiter Front viele Denkmäler, Gärten und Museen zusammengeschlossen. Viele Mitglieder aus allen Bevölkerungsschichten tragen diesen Verein und tragen damit zu breiter Akzeptanz bei. Die meisten Mitarbeiter dieser Vereinigung arbeiten ehrenamtlich.
In Pezance ging R.P. in die Schule und in St. Ives einkaufen. Hier wurden viele Außenaufnahmen zu Filmen aus ihren Romanen gedreht. Das einfache Leben der Ladenbesitzer, Fischer und Nachbarn inspirierte sie zu ihren Romanen. In Lelant geboren, getauft und aufgewachsen. St. Ives war für meine Begriffe nicht das was es versprochen hatte. Beschaulich und erholsam war es nicht. Es ist wohl sehr typisch für den allgemeinen Geschmack. Meiner war es nicht.
Uwe hat uns das Mittagessen zubereitet. Zur Erinnerung: der Wechselrichter ging kaputt, deshalb wurden die Maultaschen in der Brühe mit heißem Wasser aus dem Kaffe-Automat warm serviert.
Do 31. 5. 8.30 Uhr Abfahrt vom Hotel Richtung zur Atlantikküste
Erste Station waren heute die gewaltige Klippenformationen Bedruthan Steps bei Newquay und Padstow. Viele Außenaufnahmen mit Steilklippenszenen aus den Pilcher Filmen wurden hier gedreht (der enttäuschte Liebhaber stürzt sich aus Verzweiflung ins Meer).
Zum zweiten Programmpunkt ging es nach Prideaux Place bei Padstow, dem Heimatschloss der Filmemacher. Hier wurden fast alle Filme aufgenommen, sowohl im Park als auch im Schloss. Von 81 Zimmern sind 6 bewohnt (www.prideauxplace.co.uk<//font><//u>). Der Hausherr Mr. Prideaux-Brune ist ein ziemlich lockerer Typ, der sich auch persönlich um seine Besucher kümmert. Zum Dank bekam er eine Flasche Kerner Spätlese aus Willsbach. Während der Aufnahmen hatte er keine Scheu selbst kleinere Filmrollen zu übernehmen und auch seine Privaträume zur Verfügung zu stellen. Ich habe herausgefunden, dass er ein Enkel des Firmengründers von Bentley ist. Selbstverständlich fährt er auch einen alten Bentley.
Der letzte Besuchsort des heutigen Tages war Tintagel. Idyllisches, pittoreskes Dörfchen mit viel Geschichte. King Arthurs Castle (Ruine) and his Knights residierten hier. Es ist als käme Ritter Lancelot um die Ecke geritten. Eine schöne normannische Kirche auf der Klippe rundet das Bild ab. Im Ort ist wohl das älteste Postoffice der Welt zu sehen.
Fr. 1. 6. Abfahrt 8.30 Uhr zum Landausflug
Zu guter Letzt, eigentlich sollte dies am Anfang stehen, stand eine Stadtführung in Plymouth auf dem Programm. Ein naturalisierter Schweizer hat die Führung geleitet. Er hat den ganzen Tag über während seiner Ausführungen sehr informelle Erklärungen und Hinweise zur Geschichte, Gesellschaft, Kultur und Lebensweise des Landes gegeben. Auch hat sich die englische Art auf sehr witzige Weise in seinen Erzählungen angenehm abgefärbt und zu einer kurzweiligen Reise beigetragen.
Hier im Südwesten vom Hafen in Plymouth aus, hat das britische Empire seinen Anfang genommen. Die großen Seefahrer Sir Francis Drake, Sir Walter Raleigh, James Cook haben von hier aus die Welt für England erschlossen. Charles Darwin stach von hier aus in See, um uns die Natur zu erschließen. Die Pilgrims segelten mit ihrer „Mayflower“ 1620 von hier aus in die Neue Welt, um in Amerika ein neues Leben zu beginnen.
1942 wurde Plymouth und auch Exeter von Göhrings Luftwaffe schwer zerstört, als Vergeltung für das Bombardement auf deutsche Städte.
Heute hat Plymouth den größten Militärhafen Europas. Alle Seeoffiziere der NATO werden hier ausgebildet.
Exeter, die Hauptstadt von Devon, ist durch den Wollhandel reich geworden. Jetzt ist auch hier die Stadt vom Niedergang betroffen. Die römische Stadtmauer ist noch sehr gut erhalten und weist auf eine frühe Besiedlung durch die Römer hin. Die Stadt ist sehr geschmackvoll wieder aufgebaut und die Kathedrale strahlt in neuem Glanz. Wilhelm der Eroberer hat die erste normannische Kirche an dieser Stelle gebaut. Die Kathedrale muss man unbedingt gesehen haben, 142 Schlusssteine im Deckengewölbe. Eine Sopranistin aus unserer Gruppe hat zur Freude aller Anwesenden, einschließlich des Pfarrers, das Ave Maria von Bach in der Kirche gesungen. Der Papstgegner und Erzbischof Thomas Becket wurde hier von Gegner erschlagen, daher sein Abbild in einem der Schlusssteine.
Dann ging es zur Überlandfahrt ins Dartmoor, eines von 3 großen Mooren im Süden, 1100 qkm groß und fast entvölkert. Das Moor ist nicht auf natürliche Weise entstanden sondern die Menschen holzten für ihre Kupfer-, Zinn-, Schiefer- und Granitgruben die Wälder ab. Das Wasser konnte nicht mehr ablaufen und so versauerte der Boden. Vorbei an dem idyllischen Postbridge, Twobridges und dem berühmten Dartmoor Gefängnis war Tavistock der letzte Haltepunkt. Das Dartmoor Gefängnis wurde 1815 für Gefangene aus den napoleonischen Kriegen gebaut. Unter unmenschlichen Bedingungen lebten bis zu 1500 Menschen pro Baracke dort. 1860 wurde es neu erstellt. Heute sind nur noch Kleinkriminelle inhaftiert. Die berühmte Glocke am Zellentor ist aber immer noch in Verwendung, wenn einer kommt oder geht wird geläutet.
Angemerkt sei, dass Prinz Charles als Eigentümer pro Jahr 400 000 Pfund Miete vom Staat erhält.
Tavistock ist ein sehenswertes Städtchen mit einem schönen Rathaus, einer geschäftigen Markthalle und einer alten Kirche. Sir Francis Drake wurde hier geboren.
Sa. 2. 6.
Die Rückreise führte an der Kanalküste entlang über Southampton, Portsmouth, Bournemouth, Brighton, Hastings, Rye nach Ashford kurz vor Dover, wo wir in einem sehr schönen Landhotel zum letzten Mal übernachteten.
Unterwegs gab es zum Mittagessen die seltene Kombination aus schwäbischer Büchsenwurst und englischem Weißbrot.
So. 3. 6.
Die gleiche Strecke führte zurück, wie wir gekommen waren: Dover (10.15) – Calais – Brüssel – Eifel – Pfalz – Duttenberg. Ankunft um 22.30 Uhr.
Resümee
Die Planung, Organisation und Durchführung war Spitze. Allen Beteiligten hat es sehr viel Freude bereitet und Spaß gemacht. Insgesamt fuhren wir 3400 km, davon 2000 km im Linksverkehr.
Südengland mit seinen Gärten, Parks, Schlössern und anderen Sehenswürdigkeiten ist absolut eine Reise wert. Auch beeindruckend ist die Straßenführung (außer Motorways), die Straßen passen sich der Landschaft an und nicht umgekehrt, das bedeutet, dass keine Kurven begradigt, keine Kuppen abgehobelt und die Straßen nicht verbreitert sind. Die freie Feldflur ist von Hecken umgeben, geschätzt sind es 50 000 km Hecken. Die Freundlichkeit und Höflichkeit der Leute ist auch beispielhaft. Durch die vielen Hecken gibt es eine außerordentliche Vielfalt und Menge an Vögeln. Es ist mir aufgefallen, dass die Vögel auch wenig Angst vor Menschen haben und ganz zutraulich sind. Auch muss ich meine Meinung über das englische Essen revidieren. Es war immer reichhaltig, sehr geschmackvoll und wahlfrei, insbesondere die Fischgerichte haben es Rosi angetan.
Absolut negativ war für mich der Niedergang der Städte und der Gesellschaft zu sehen. Mittlerweile haben die sozialen Probleme auch die Mittelschicht erreicht, auch schon teilweise die untere Oberschicht.