
Um rund 23 Prozent, also um fast ein Viertel, liegen die Löhne von Frauen noch immer hinter denen von Männern zurück – und das bei gleicher Arbeit. Ungerecht – findet die CDA. Auf Initiative der „Frauen in der CDA“ hat sich der Verband im vergangenen Jahr erstmals am „Equal Pay Day“ beteiligt und für „gleichen Lohn für gleiche Arbeit“ gestritten. Auch in diesem Jahr macht die CDA wieder mit: Am 26. März 2010 ist es wieder so weit. Äußeres Zeichen des Einsatzes für Lohngerechtigkeit zwischen Frauen und Männern: die roten Taschen.
STATEMENTS von BMin Dr. Ursula von der Leyen, Ingrid Sehrbrock und Ingrid Fischbach

Dr. Ursula von der Leyen, MdB
Bundesministerin für Arbeit und Soziales
Liebe Leserinnen, liebe Leser!
Frauen machen mittlerweile die besseren Schulabschlüsse und schneiden beim Studium besser ab als Männer. Und trotzdem: Frauen sind nach wie vor seltener berufstätig als Männer. Wenn sie arbeiten, verdienen sie im Schnitt weniger und schaffen es nur selten in Führungspositionen. Das müssen wir ändern. Denn in unserer modernen Arbeits- und Lebenswelt darf nicht mehr das Geschlecht dar-über entscheiden, wie viele oder wie gute Chancen und Aufstiegsmöglichkeiten jemand im Beruf hat und wie hoch der Lohn ist.

Ingrid Sehrbrock
Stellvertretende CDA-Bundesvorsitzende
Aufruf: Equal Pay Day – Aktionstag für Entgeltgleichheit
Eines der Gründungsprinzipien der Europäischen Union lautete: „gleicher Lohn für gleiche und gleichwertige Arbeit“. Bereits in den „Römischen Verträgen“ von 1957, den Grundsteinen für die Europäische Gemeinschaft, verpflichtete sich Deutschland zur Anwendung dieses Grundsatzes.
Auch auf nationaler Ebene mangelt es nicht an klaren Bestimmungen. So ist in unserer Verfassung (Art. 3)der Grundsatz der Gleichberechtigung von Frauen und Männern festgeschrieben. Das Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz (AGG) bestimmt u. a., dass Benachteiligungen in Bezug auf „die Beschäftigungs- und Arbeitsbedingungen einschließlich Arbeitsentgelt und Entlassungsbedingungen“ unzulässig sind. Klare Vorgaben also.
Aufruf von Ingrid Sehrbrock zum Equal Pay Day 2010

Ingrid Fischbach, MdB
Stellvertretende Vorsitzende der CDU/CSU-Bundestagsfraktion
Liebe Leserinnen, liebe Leser!
Noch nie waren Frauen so gut ausgebildet und verfügten über so gute Bildungsabschlüsse... und dennoch verdienen Frauen in Deutschland bei gleicher Ausbildung und gleichwertiger Arbeit im Durchschnitt 23 % weniger als ihre männlichen Kollegen. Das ist traurige Realität. Deutschland ist im Bereich der Lohngleichheit eines der Schlusslichter in Europa.
Die Ursachen für Lohnunterschiede sind vielfältig. Sicherlich spielt schon die Ausbildungs- und Berufswahl eine große Rolle. Frauen wählen tendenziell eher typische Frauenberufe, die traditionell schlechter bezahlt werden als typische Männerberufe. Für mich persönlich ist es immer noch unverständlich, warum die Arbeit eines Bauarbeiters höher bewertet wird als die einer Krankenpflegerin!