"Die Mitbestimmung hat
sich bewährt"
"Von Rente muss
man leben können"
Gespräche suchen,
Lösungen finden.
"Die Mitbestimmung hat
sich bewährt"
Über 60 Jahre stark für Arbeitnehmer!
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Dr. Ursula von der Leyen, MdB
Bundesministerin für Arbeit und Soziales 

Liebe Leserinnen, liebe Leser!
Frauen machen mittlerweile die besseren Schulabschlüsse und schneiden beim Studium besser ab als Männer. Und trotzdem: Frauen sind nach wie vor seltener berufstätig als Männer. Wenn sie arbeiten, verdienen sie im Schnitt weniger und schaffen es nur selten in Führungspositionen. Das müssen wir ändern. Denn in unserer modernen Arbeits- und Lebenswelt darf nicht mehr das Geschlecht darüber entscheiden, wie viele oder wie gute Chancen und Aufstiegsmöglichkeiten jemand im Beruf hat und wie hoch der Lohn ist.

Gerade beim Lohn muss sich noch einiges tun: Frauen verdienten zwischen 1995 und 2005 stets über 20 Prozent weniger als Männer. Seit Jahren ändert sich an diesem Abstand nichts. Der internationale Vergleich zeigt, dass Deutschland innerhalb der Europäischen Union damit einen der hinteren Plätze einnimmt. Hier müssen wir besser werden. Denn Lohn ist mehr als Geld. Wer weniger verdient, erlebt auch, dass seine Arbeit geringer wertgeschätzt wird.

Auch beim Anteil von Frauen in Führungspositionen müssen wir nacharbeiten. Wir wissen, dass in den Chefetagen der Frauenanteil lediglich bei 27 Prozent liegt. Das ist entschieden zu wenig. Wir müssen die Voraussetzungen schaffen, damit Frauen ihre Kenntnisse einbringen, sich beruflich verwirklichen und Erfolg haben können. Und zwar, ohne irgendwann an die gläserne Decke zu stoßen, weil sie sich zum Beispiel zwischenzeitlich der Erziehung der Kinder oder der Pflege von Angehörigen gewidmet haben. Denn noch immer übernehmen meistens Frauen diese Aufgaben. Viele davon sind Frauen, die hervorragend ausgebildet und hoch motiviert sind, sich aber viel zu oft zwischen Beruf und Familie entscheiden müssen. 

Das ist weder zeitgemäß noch wirtschaftlich sinnvoll. Wir alle wissen, dass unsere Gesellschaft älter wird. Stärker als zuvor sind wir auch auf erfahrene und gut aus-gebildete Frauen angewiesen. Und es ist doch fatal, wenn eine Ingenieurin oder eine Chemielaborantin gerne arbeiten möchte und nur deshalb nicht arbeiten kann, weil die nötigen Rahmenbedingungen fehlen.

Solche Rahmenbedingungen können wir nur als Gesamtgesellschaft schaffen:
• Die Politik, indem sie den Ausbau guter Betreuungsangebote weiter voran-treibt.
• Die Wirtschaft, indem Unternehmen familienfreundliche Arbeitszeitmodelle oder Betriebskindergärten einrichten.
• Vor allem aber, indem sie Frauen den Wiedereinstieg erleichtern und erkennen, dass die Kompetenzen dieser Frauen auch in den Führungsetagen ein echter Wettbewerbsvorteil sind.

Für Gesellschaft und Arbeitgeber muss es eine Selbstverständlichkeit werden, dass beides möglich ist: Beruf und Familie. Diese Idee steht auch hinter der Bun-desinitiative „Gleichstellung von Frauen in der Wirtschaft". Das Programm hat das Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS) gemeinsam mit der Bundes-vereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände (BDA) und dem Deutschen Ge-werkschaftsbund (DGB) entwickelt. Wir wollen gemeinsam erreichen, dass Frauen sich im Job genauso bewähren können wie ihre männlichen Kollegen. Dafür brau-chen Frauen gute Arbeitsbedingungen, gleichen Lohn, Wertschätzung und faire Aufstiegschancen. Das wir den Equal Pay Day immer noch brauchen, zeigt, dass hier noch einige Überzeugungsarbeit vor uns liegt.


Dr. Ursula von der Leyen 


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