Karl-Josef Laumann hat sich mit den Beschäftigten der Drogeriemärkte Schlecker solidarisiert, die von einer massiven Verschlechterung ihrer Arbeitsbedingungen betroffen sind. "Es kann und darf nicht sein, dass ein großes und lange am Markt erfolgreiches Unternehmen wie Schlecker Tarifflucht begeht, indem es Schlecker-AS-Filialen schließt und neue XL-Fililaen eröffnet", schreibt der nordrhein-westfälische Arbeitsminister in einem Brief anlässlich einer Protestaktion von Schlecker-Beschäftigten im westfälischen Billerbeck. Statt des mit ver.di ausgehandelten Firmentarifvertrages, der sich am Branchentarifvertrag des Einzelhandels in NRW orientiere, würden über Zeitarbeitsverträge Löhne von rund 6,50 Euro gezahlt. Der CDA-Bundesvorsitzende: "Ich nenne das systematische Tarifflucht, die das soziale Gefüge in Schieflage bringt. Ein Mensch muss von seiner Vollzeit-Arbeitsstelle auch leben können." Das sei mit Stundenlöhnen von 6,50 Euro kaum möglich. Zeitarbeit sei nich erlaubt worden, um Tarifverträge auszuhebeln oder Lohndumping zu betreiben. Zeitarbeit dürfe auch nicht missbraucht werden, um mit ihrer Hilfe Stammbelegschaften zu ersetzen.
Hintergrund: Angesichts von Einbußen bei Marktanteilen will Schlecker sich offenbar neu aufstellen. Dazu werden kleinere Filialen (AS) geschlossen und größere Filialen (XL) neu eröffnet. Beschäftigten der bisherigen AS-Filialen wird gekündigt. Sie können dann - als Angestellte einer eigens gegründeten Zeitarbeitsfirma - in den XL-Filialen arbeiten. Für sie gilt dann nicht mehr der Einzelhandelstarifvertrag, sondern der deutlich schlechtere Zeitarbeitstarif. Ob letzterer auf Dauer rechtlichen Bestand hat, ist allerdings fraglich: Das Landesarbeitsgericht Berlin hat dem Tarifpartner CGPZ die Tariffähigkeit aberkannt.