"Kinder brauchen einen eigenen Satz beim Arbeitslosengeld II. Das, was ein Kind bekommt, prozentual aus den Leistungen für Erwachsene abzuleiten, ist falsch." Das sagte der Hauptgeschäftsführer der CDA Deutschlands, Martin Kamp.
Kinder äßen nicht 60 Prozent dessen, was Erwachsene essen. Sie bräuchten auch nicht anteilsmäßig das, was Erwachsene für Genussmittel ausgeben. "Doch auf diese Weise werden derzeit die „Hartz-IV“-Leistungen für Kinder berechnet" , so Kamp. "Babys brauchen Windeln, und Schulkinder brauchen Schultaschen, Bücher und Hefte." Genau das finde derzeit aber keine Berücksichtigung. Das sei absurd, und deshalb müsse die Art, wie die Leistungen für Kinder festgesetzt werden, dringend geändert werden. Bedürftigen Schulanfängern einen einmalige Starthilfe im Wert von 100 Euro zu gewähren, wie es die Große Koalition jetzt beschlossen habe, sei richtig, reiche aber nicht aus.
Im Sommer dieses Jahres hatte der Berliner SPD-Finanzsenator Thilo Sarrazin Bedürftigen geraten, angesichts steigender Heizkosten in der Wohnung einen Pullover zu tragen. Dazu erklärt der CDA-Hauptgeschäftsführer: "Schon das war zynisch. Und jetzt zeigt eine Studie des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung: Viele Empfänger von Arbeitslosengeld II halten sich für zu arm, um sich ausreichend mit Winterkleidung einzudecken."
Es könne nicht angehen, dass ein Teil der Menschen im Winter frieren müsse, weil weder Geld für Gas oder Heizöl noch für Pullover und Wintermantel da sei – "und zugleich Bankmanager, die mit ihren eigenen Instituten zugleich auch die gesamte Volkswirtschaft auf den Abgrund zugesteuert haben, weich und warm fallen", sagte Kamp wörtlich. Dass die Erhöhung des Wohngelds von der CDU-geführten Bundesregierung vorgezogen werde, sei richtig. Aber dem müssten weitere Schritte folgen.