Es war am 21. November 1920, also vor 100 Jahren, als Adam Stegerwald im Saalbau von Essen - mitten im Ruhrgebiet - ans Rednerpult schritt und auf einem Gewerkschaftskongress sein Konzept einer überkonfessionellen Volkspartei präsentierte. Zusammenführen statt Spalten, das war sein Ziel.

Die Interessen der Arbeitnehmerschaft im Verbund mit anderen gesellschaftlichen Gruppen zu verwirklichen, das war seine Absicht. Und er wollte Katholiken und Protestanten in einer Partei vereinen, um durch eine Organisation christlichen Vorstellungen vom gesellschaftlichen Leben und wirtschaftlichen Handeln eine gemeinsame Stimme im Parlament zu geben.

In der Weimarer Republik gelang dieser Durchbruch nicht. Erst nach nationalsozialistischer Herrschaft, gemeinsamen Erfahrungen im Widerstand und dank der Befreiung durch die Alliierten wurde mit der Gründung der CDU, die mit dem Parteitag vom 20. bis 22. Oktober 1950 in Goslar abgeschlossen war, die Idee der Volkspartei zur Wirklichkeit.

So wie Stegerwald den Bogen spannte mit den vier Eckpfeilern – deutsch, christlich, demokratisch, sozial – setzte auch die CDA 1950 anlässlich des 30. Jahrestages seiner Rede die Eckpfeiler der Volkspartei. Jedoch beschrieben die Christlich-Sozialen der fünfziger Jahre noch einen fünften Eckpfeiler: europäisch soll die Ausrichtung der Volkspartei sein.

Der damalige Ministerpräsident von Nordrhein-Westfalen Karl Arnold drückte es in seiner Rede auf der Gedenkveranstaltung im Essener Saalbau unter anderem so aus:

Der Schuman-Plan ist der entscheidende Versuch, zunächst auf wirtschaftlichem Gebiet zu einer europäischen Zusammenarbeit zu kommen. Diese Bemühungen werden wir nachdrücklichst fördern und unterstützen, … (..) Europa muß über die Überlegungen des Schuman-Planes hinaus geistig, sozial, wirtschaftlich und politisch neu begründet und neu geordnet werden. Das ist die zentrale und geistig bestimmende Voraussetzung, um das Leben, den Fortschritt und die Freiheit von nahezu 400 Millionen Menschen sichern zu können.“

Nach 100 Jahren und nach 70 Jahren sind wir heute erneut in einer Zeit angekommen, die die Kraft einer Volkspartei braucht, um Populismus zurückzudrängen und die staatliche Gemeinschaft in die Lage zu versetzen, die drängenden Probleme mit einer breiten Zustimmung der Bevölkerung anzugehen.

Die Idee von Stegerwald war es, aus der Mitte der Gesellschaft eine Politik zu gestalten, die von einer Mehrheit der Bevölkerung getragen wird. Nicht die Ränder sollten bestimmen, wo es langgeht, sondern eine Mehrheit, die verschiedene gesellschaftliche Gruppen aus dem Zentrum der Gesellschaft zusammenfasst.

Nach dem zweiten Weltkrieg traten vor allem Männer und Frauen aus der christlich-sozialen Gewerkschaftsbewegung zusammen mit Adam Stegerwald für die Gründung einer neuen Partei statt einer Widerbelebung des Zentrums ein. Sie setzten sich von Anfang an dafür ein, die Volkspartei CDU zu einer Partei der Mitte zu machen. Heute ist es die Aufgabe der Christlich-Sozialen die CDU in der Mitte der Gesellschaft zu halten. Die Verankerung in der gesellschaftlichen Mitte ist verantwortlich dafür, dass seit Gründung der Bundesrepublik die CDU die führende Partei in Deutschland ist.

Eine moderne Volkpartei steht zu ihren Wurzeln und ist offen für Erneuerung. Wer mit unseren Grundsätzen leben kann und mit unserer Orientierung das Gemeinwesen gestalten will, ist herzlich eingeladen.

Die Idee von Stegerwald war es, aus der Mitte der Gesellschaft eine Politik zu gestalten, die von einer Mehrheit der Bevölkerung getragen wird. Nicht die Ränder sollten bestimmen, wo es langgeht, sondern eine Mehrheit, die verschiedene gesellschaftliche Gruppen aus dem Zentrum der Gesellschaft zusammenfasst.

Nach dem zweiten Weltkrieg traten vor allem Männer und Frauen aus der christlich-sozialen Gewerkschaftsbewegung zusammen mit Adam Stegerwald für die Gründung einer neuen Partei statt einer Widerbelebung des Zentrums ein. Sie setzten sich von Anfang an dafür ein, die Volkspartei CDU zu einer Partei der Mitte zu machen. Heute ist es die Aufgabe der Christlich-Sozialen die CDU in der Mitte der Gesellschaft zu halten. Die Verankerung in der gesellschaftlichen Mitte ist verantwortlich dafür, dass seit Gründung der Bundesrepublik die CDU die führende Partei in Deutschland ist.

Eine moderne Volkpartei steht zu ihren Wurzeln und ist offen für Erneuerung. Wer mit unseren Grundsätzen leben kann und mit unserer Orientierung das Gemeinwesen gestalten will, ist herzlich eingeladen.

Die Werte und Ziele der christlich-sozialen in einer christlich-demokratischen Partei sind nach wie vor die Gleichen: Frieden, Freiheit, Gerechtigkeit und Toleranz sollen wachsen, doch die Herausforderungen und Aufgaben stellen sich heute anders dar:

  • Wir wollen ökologische Innovationen durch eine starke Industrie, um unsere Wirtschaft und die Beschäftigung zu sichern und den Klimawandel zu begrenzen.

  • Wir wollen wirtschaftliche Kraft mit sozialem Ausgleich weltweit, um faire Lieferketten zu gestalten.

  • Wir wollen ein starkes Europa in der Welt, damit Menschen nicht gezwungen sind ihre Heimat zu verlassen, und weil die USA einen starken Partner brauchen, damit nicht Staaten wie Russland und China die Geschicke der Welt bestimmen.

  • Wir halten an unseren christlichen Überzeugungen fest, um die Religionsfreiheit sicherzustellen sowie den Dialog der Religionen zu ermöglichen und Fanatismus sowie Extremismus Paroli zu bieten.

  • Weil wir weltoffen und tolerant sind, strecken wir Menschen in Not unsere Hand entgegen.

  • Wer die Werte unserer Demokratie und des Grundgesetzes missachtet, dem sollen mit rechtstaatlichen Mitteln seine Schranken aufgezeigt werden.

Heute vor 100 Jahren wurde eine Idee präsentiert, die uns im Zusammenwirken mit Vielen und in der Auseinandersetzung mit widerstreitenden Konzepten letztlich zu Wohlstand geführt hat, die aber auch in den nächsten Jahrzehnten in der Lage sein wird, die Folgen vergangener Politik zu meistern und uns zu neuen Ufern führen wird.

Eine Volkspartei der Mitte wie die CDU war nie notwendiger als heute. Deshalb erinnern wir an ihre Wurzeln.

Denn so wie Bäume nur mit intakten Wurzeln neue Triebe sprießen lassen, so kann eine Partei nur zukunftsfähige Konzepte für eine bessere Gesellschaft gestalten, wenn sie Ihre Geschichte kennt.

Wir Christlich-Sozialen Gewerkschafterinnen und Gewerkschafter wollen, dass die CDU als Volkspartei auch die vor uns liegenden Jahrzehnte maßgeblich gestaltet.

Egbert Biermann

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