Bonn, Düsseldorf und Köln haben trotz aller Rivalität vieles gemeinsam: Sie liegen am Rhein, sind Karnevalshochburgen - und haben seit Kurzem wieder eine Junge CDA. Diese

Um den Jahreswechsel herum sind in Bonn, Düsseldorf und Köln gleich drei Kreisverbände der Jungen CDA (wieder) gegründet worden. In Düsseldorf nahm Ulrich Wensel das Heft in die Hand. Er wurde aus dem CDA-Kreisvorstand heraus angesprochen: ob er nicht „mal etwas für die jungen Leute in der CDA machen wolle“? Und Wensel wollte! Sein junger Verband entwickelt sich prächtig: „Wir konnten schon viele Neue bei uns begrüßen“, freut sich der 29-jährige Student der Geschichte und der katholischen Theologie. „Die christliche Soziallehre gefällt mir sehr gut, da ist der Weg zur CDA natürlich nicht weit“, erläutert er seinen politischen Hintergrund.

„Düsseldorf ist nicht nur ‚Schickimicki‘“

Den Kontakt zur „großen“ CDA um den Kreisvorsitzenden Peter Preuß findet er „optimal“: „Wir arbeiten eng zusammen. Unter anderem treffen wir uns regelmäßig zu einem gemeinsamen Stammtisch – natürlich in der Altstadt.“ Fast alle Aktiven der Jungen CDA sind auch in der CDU. Auch für die Vernetzung mit der Jungen Union ist gesorgt: Wensel ist stellvertretender JU-Kreisvorsitzender. Als Mitglied einer Bezirksvertretung hat er auch schon kommunalpolitische Erfahrung gesammelt. Inhaltlich will die Junge CDA neue Themen setzen. So kämpft Wensel für den Ausbau des Industriehafens im Süden der Stadt. „Düsseldorf ist nicht nur ‚Schicki-Micki‘, Düsseldorf ist auch eine Industriestadt“, betont er. Sein Kölner Amtskollege heißt Gero Fürstenberg. Der 31-Jährige arbeitet als Vertragsjurist beim TÜV Rheinland und engagiert sich politisch vielfältig in der CDU-Familie. Er ist Mitglied im Vorstand der Kölner CDU und Vorsitzender der CDU im Bezirk Kalk. In der Jungen Union ist er stellvertretender Kreisvorsitzender. Und nun kommt noch das Amt des Kreisvorsitzenden der Jungen CDA hinzu – nicht zuletzt durch die Unterstützung des CDA-Kreisverbands. Bei der Gründungsversammlung waren unter anderem der Kreisvorsitzende Uwe Kaven und Geschäftsführerin Martina Richter zu Gast.

Potenzial bei Azubis

Ein besonderes Anliegen ist es ihm, Auszubildende zu erreichen und für die CDA zu gewinnen. „Da steckt für uns ein riesiges Potenzial drin“, glaubt Fürstenberg. Er bedauert, dass die CDA bei Alt und Jung nicht mehr so bekannt ist wie früher: „Viele wissen einfach gar nicht mehr, wer und was die CDA überhaupt ist, welche Themen und Positionen sie besetzt. Da müssen wir Aufklärungsarbeit leisten“. In engem Kontakt steht die Junge CDA mit der Betriebsgruppe der Kölner Verkehrs-Betriebe AG um ihren Vorsitzenden Oliver Czernik. Geplant ist unter anderem ein Besuch in der KVB-Werkstatt.

Auch in Bonn hat eine kleine, verschworene Gruppe von christlich-sozialen „Überzeugungstätern“ die Gründung der Jungen CDA maßgeblich vorangetrieben. Einer von ihnen ist Gabriel Rolfes, nun Vorsitzender der Jungen CDA. Er schreibt derzeit eine Doktorarbeit über den katholischen Publizisten Walter Dirks. Der 27-Jährige engagiert sich auch im RCDS und in der CDU: Er ist stellvertretender Vorsitzender des Ortsverbands Poppelsdorf und leitet den Arbeitskreis „Innovation, Wissenschaft und Forschung“ des Bonner CDU-Kreisverbands. Der Dialog mit der Bonner CDA-Spitze um den Kreisvorsitzenden Alfred Giersberg ist eng, zudem pflegt die Junge CDA Kontakte zu Stadtverordneten der CDU.

„Arbeit hat Wert und Würde“

Inhaltlich setzt die Junge CDA vor allem auf das Thema Arbeit. „Für uns ist ganz wichtig, dass Arbeit Wert und Würde hat – und Anerkennung verdient“, erklärt Rolfes. An der Uni erlebe er oft prekäre Arbeitsverhältnisse: „Befristete Arbeitsverträge und fehlende Perspektiven für Karriere- und Familienplanung sind für viele an der Universität ein großes Problem“. Weiterhin ist der Jungen CDA die Betonung christlich-sozialer Programmatik wichtig: Deshalb plane sie auch eine Veranstaltungsreihe zur katholischen Soziallehre, zur evangelischen Sozialethik und zur sozialen Wertebegründung im Islam. Auftakt ist am 20. Juni in der CDU-Kreisgeschäftsstelle: Karsten Matthis (Geschäftsführer Stiftung Christlich-Soziale Politik) hält einen Vortrag über die „Bedeutung der evangelischen Sozialethik für CDA und CDU“. Weitere Infos findet man bei Facebook: Die Junge CDA Bonn ist auch in den sozialen Netzwerken sehr aktiv.
Die drei jungen Kreisverbände erhielten Unterstützung von Tabea Burchartz, der Bundesvorsitzenden der Jungen CDA. Sie stand bei den Gründungsversammlungen „Patin“ und gerät ins Schwärmen, wenn es um ihre neuen Truppen geht: „Bei denen ist richtig was los. Man merkt, dass da viel Spaß am Politikmachen im Spiel ist“. Die Neugründungen sieht sie als Zeichen des Aufschwungs der Jungen CDA: „Der Anteil der jungen Mitglieder in der CDA steigt. Und das schlägt sich natürlich auch in den Aktivitäten vor Ort nieder.“ Burchartz hofft auf weitere Neugründungen und Reaktivierungen: „Was die im Rheinland können, können andere doch wohl auch“, sagt sie mit Augenzwinkern. Schließlich brauche es für den Anfang gar nicht viel: „Eine kleine Kerntruppe, Rückendeckung aus dem CDA-Kreisverband, ein paar Ideen für Aktionen: Schon kann es losgehen.“

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