Axel Knoerig, CDA-Bundesvorstandsmitglied und stellvertretendes Mitglied im Bundestagsausschuss für Arbeit und Soziales, fordert, bei öffentlichen Stellenausschreibungen grundsätzlich Vollzeitstellen anzubieten.

Der öffentliche Dienst muss Vorbild als Arbeitgeber sein! Das gilt nicht nur für den Einsatz von befristeten Arbeitsverhältnissen, sondern auch für den Umgang mit Teilzeit. Es kann nicht sein, dass ausgerechnet der Bund massenhaft auf Teilzeitarbeit beschränkte Stellen ausschreibt. Es gehört zur Fürsorgepflicht des Arbeitgebers, den Mitarbeitern einen auskömmlichen Lebensunterhalt zu ermöglichen.

9,5 Stunden reichen kaum für den Lebensunterhalt!

Ein Beispiel für die fehlgeleitete Praxis des Bundes ist das Bundesprogramm „Sprach-Kitas“. Hierüber werden rund 7.000 zusätzliche Halbtagskräfte in Kindergärten und Fachberatungen im Zeitraum 2016 bis 2020 eingestellt. Das zuständige Familienministerium begründet die Begrenzung auf Halbtagsstellen mit reduziertem bürokratischen Aufwand und weist auf Kombinationsmöglichkeiten für die Fachkräfte hin – etwa zwei halbe Stellen in verschiedenen Kitas. Diese Sichtweise zeigt, wie weit die Bundesverwaltung mitunter von der gelebten Praxis entfernt ist.

Gerade im ländlichen Raum rechnet sich eine Stelle mit lediglich 19,5 Wochenstunden aufgrund der weiten Fahrtwege weder aus finanzieller noch zeitlicher Sicht. Zwei Stellen zu kombinieren, ist logistisch oft gar nicht möglich. Teilzeitarbeit kann und sollte als Möglichkeit enthalten sein, sofern Mitarbeiter und Träger dies wünschen. Aus arbeitspolitischer Sicht sind dennoch immer volle Stellen zu bevorzugen, weil sie insgesamt bessere Konditionen für die Beschäftigten umfassen.

Wir verlangen von der Wirtschaft faire Arbeitsbedingungen und müssen deshalb gerade im öffentlichen Sektor mit gutem Beispiel vorangehen!

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