Die nur schleichende Steigerung des Mindestlohns sorgt weiterhin für kontroverse Debatten. Bundesvorsitzender Karl-Josef Laumann erhöht nun den Druck auf die Mindestlohnkommission. Im Anschluss an den SPD-Parteitag hat die CDA-Kritik an der Mindestlohnkommission hohe Presseresonanz gefunden.

Nach dem CDU-Parteitag berichtete die Welt ausführlich über die Kritik der CDA an der Mindestlohnkommission. Dort wird zitiert: "Die Mindestlohnkommission muss endlich einen besseren Job machen. Im kommenden Jahr wird das Mindestlohngesetz evaluiert, dann werden wir sehen, was passiert. Wenn die Sozialpartner sich weiter weigern, ernsthaft Spielräume auszuloten, werden sie einen politischen Mindestlohn bekommen."


In einem Artikel des Focus wird auf die Debatte um einen politischen Mindestlohn eingegangen. "Nur, weil die Mindestlohnkommission einen schlechten Job gemacht hat, jetzt den Mindestlohn politisch festzulegen, das ist völlig falsch." Zu den Drohungen der SPD auf Neuwahlen sagte er: "Wenn man in Umfragen unter 15 Prozent ist, nehme ich das Drohen mit Neuwahlen nicht besonders ernst.“


Auf die Forderungen der SPD, jetzt über den Mindestlohn zu debattieren, wird in der Wirtschaftswoche eingegangen. Laumann sagte dazu: "Die Arbeitsweise der Mindestlohnkommission wäre eh nächstes Jahr dran gewesen". Gemeint ist damit die anstehenden Evaluation des Mindestlohngesetzes im Jahr 2020.


Auf Zeit-Online gab Karl-Josef Laumann ein ausführliches Interview zum Mindestlohn und den Forderungen der SPD. Er bestärkte dabei seine Kritik an der Arbeit der Mindestlohnkommission. "Ich will nicht, dass der Mindestlohn politisch festgelegt wird. Gewerkschaften, Arbeitgeberverbände und Wissenschaft müssen Vorschläge machen. Aber natürlich wäre das Ziel einer Reform der Kommission, dass die Potenziale, die es für eine Steigerung gibt, auch genutzt werden."

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