Die anhaltenden internen Debatten um Persolfragen schaden der CDU seit Monaten. Nach langer intensiver Diskussion hat nun der CDA-Bundesvorstand in einem Papier zur Einigkeit aufgerufen. Das Papier wurde im CDU-Bundesvorstand verteilt. Der Focus berichete als erstes. Es folgten NTV, Merkur und Westfalen Blatt.

In einem viel beachteten Beitrag "CDU-Sozialpolitiker verteilt Zettel an Kollegen, um vor Attacken auf AKK zu warnen" berichtete Focus Online von der Aktion der CDA Deutschlands. Die Autorin zitiert dabei aus dem Papier: „An der Spitze einer Volkspartei wird nie ein Scharfmacher stehen können, sondern es muss immer ein Vermittler sein, der die verschiedenen Strömungen in der Partei zusammenhält, für Ausgleich sorgt und den Menschen in und außerhalb unserer Partei Orientierung gibt."


Auch NTV berichtet über den Aufruf und zitiert unter dem Titel "Sozialflügel will Ende der Attacken auf AKK" aus dem Beschluss "Demokratie bedeutet auch, demokratisch getroffene Entscheidungen zu akzeptieren. Die Delegierten haben Annegret Kramp-Karrenbauer zur Vorsitzenden gewählt". NTV wertet das Papier auch als Appell an die Partei, wieder zur Diskussion über konkrete Inhalte zurückzukehren und zitiert weiter: "Inhaltliche Debatten respektvoll und zielführend zu führen, ist schwerer als die amtierende Führung zu attackieren."


Der Merkur spekuliert unter dem Titel "Kramp-Karrenbauer: Unterstützer verteilen „Denkzettel“ - ist Merz gemeint?" darüber, ob die Kritik des Aufrufes Friedrich Merz gilt. Und zitiert dabei aus dem Papier: "Wir sehen jedoch mit großer Sorge, wie trotz eines fairen Wettbewerbs und demokratischer Entscheidung, trotz vieler Versuche der Parteivorsitzenden diejenigen einzubinden, die sie nicht gewählt haben, einige Persönlichkeiten offen und offensiv dafür sorgen, dass sich die CDU mehr um sich selbst als um andere kümmert."


Auch das Westfalenblatt nimmt die Debatte auf und Interviert den Bundesvorsitzenden Karl-Josef Laumann zur Frage, was CDU pur sei. Er macht darin klar: "Einzelne können nicht einfach erklären, was CDU pur bedeutet - weder die Mittelstandsvereinigung, noch die Junge Union oder die CDA. Das steht ihnen nicht zu. CDU pur sind Parteitagsbeschlüsse und nicht das, was einzelne Gruppen denken. Das regt mich schon auf, wenn ich aus bestimmten Richtungen der Partei höre, wir müssten endlich wieder CDU pur zeigen."


Die Süddeutschen Zeitung greift die Debatte innerhalb der CDU auf und zitiert Christan Bäumler, der auf die Kritik des baden-württembergischen Fraktionschefs Wolfang Reinhart eingeht: „Wenn Wolfgang Reinhart die CDU für inhaltlich insolvent erklärt, beleidigt er damit all diejenigen, die in der CDU inhaltlich arbeiten. Wir brauchen in der CDU mehr Geschlossenheit und weniger personelle Debatten.“


Die ZEIT berichtet über eine gemeinsame Erklärung mehrerer CDU-Abgeordnete, die sich entsetzt über die parteiinterne Debatte gezeigt hatten. „Die vorgebrachten Attacken waren ebenso politisch kopflos wie maßlos in Stil und Inhalt“, zitiert die Zeitung. Die Erklärung hatten auch prominente CDAler, wie Matthias Zimmer und Elisabeth Winkelmeier-Becker unterzeichnet.


Der Beschluss des Bundesvorstands kann hier heruntergeladen werden.

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