Knapp 70 Interessierte waren der Einladung von CDA und CDU im Kreis Kleve am 14. Mai ins Bürgerhaus nach Weeze gefolgt, um sich gemeinsam mit Landesminister Karl-Josef Laumann und Europakandidat Dr. Stefan Berger auf die letzte Phase des Wahlkampfes einzustimmen. Der große thematische Bogen des Abends war die Sozialpolitik mit Blick auf Land, Bund und Europa.

Nach Begrüßung und einführenden Worten durch CDA-Kreisvorsitzenden Matthias Wirth und die Landtagsabgeordnete Margret Voßeler-Deppe nutzte Dr. Stefan Berger die Möglichkeit, sich und seine politischen Leitlinien für Europa vorzustellen. Ein besonderes Anliegen ist ihm dabei die verstärkte Investition in Zukunftstechnologien, um den Anschluss an die rasante und mit deutlich mehr Geld geförderte Entwicklung in China und den USA nicht zu verlieren. Er stellte dabei die dem Menschen dienende Funktion von Technologie heraus, die sich nicht verselbständigen und den Menschen in schwer kontrollierbare Abhängigkeiten führen darf.

Dass Bergers Herz für seine niederrheinische Heimat schlägt, war für jeden zu spüren: Die Entwicklung des ländlichen Raumes und die Förderung der heimischen Landwirtschaft werden ebenso zu den Schwerpunkten seiner Arbeit zählen, wenn er den Sprung nach Brüssel schafft.

Karl-Josef Laumann, NRW-Landesminister für Arbeit, Gesundheit und Soziales nutzte den Einstieg, um die Aktualität einer in der Soziallehre fundierten Politik herauszuarbeiten – ganz im Sinne seiner Funktion als Bundesvorsitzender der CDA, jener Vereinigung innerhalb der CDU, die die Interessen des christsozialen Flügels vertritt. Und so ist für ihn klar, dass auch im Zeitalter der Digitalisierung die klassischen Prinzipien der Soziallehre – Solidarität, Subsidiarität, Gemeinwohl – zum einen unverändert gültig sind, andererseits aber immer wieder von neuem ins Bewusstsein gerufen und vergegenwärtigt werden müssen. Gerade junge Menschen forderte er auf, sich mit dem Gedankengut der Katholischen Soziallehre zu befassen und zu verstehen, was es praktisch heißt, Politik am Christlichen Menschenbild zu orientieren.

Eingehend auf einige aktuelle Themen, erteilte er einer Grundrente ohne Bedürftigkeitsprüfung eine klare Absage – Sozialleistungen aus der Gießkanne widersprechen eben jenem Subsidiaritätsprinzip, demnach der Einzelne wohl ermächtigt werden soll, sich aus einer Bedrängnissituation zu befreien, allerdings ohne ihm dabei die Eigenverantwortung für sein Leben abzunehmen. Genau deshalb ist eine Bedürftigkeitsprüfung notwendig, damit die solidarische Leistung des Sozialstaates auch die wirklich Bedürftigen erreicht.

Im großen Bogen der Ausführungen Laumanns ist allen Besuchern des Abends sicher ein Satz im Gedächtnis geblieben, in dem der Minister einerseits seine große Achtung vor dem epochemachenden Werk der europäischen Einigung zum Ausdruck brachte und andererseits die nicht zu unterschätzende Bedeutung der bevorstehenden Wahl herausstrich: „Am Ende des Tages ist die Europafrage auch eine Frage von Krieg und Frieden.“ – 70 Jahre Frieden sind ein Geschenk, aber keine Selbstverständlichkeit. Diese besondere Tragweite Europas, gerade für uns im grenznahen Raum, stellte auch CDU-Kreisvorsitzender Dr. Günther Bergmann in seinem Schlusswort nochmals heraus.

Eine Frage- und Diskussionsrunde beschloss die Veranstaltung und wer in diesem Rahmen nicht die Möglichkeit hatte, zu Wort zu kommen, konnte im Anschluss mit Karl-Josef Laumann gewiss manches im persönlichen Gespräch bereden, wovon reichlich Gebrauch gemacht wurde. So ist es kaum ein Wunder, dass der humorvolle und immer mit einem offenen Ohr für die Sorgen der Menschen ausgestattete CDA-Bundesvorsitzende zu den letzten gehörte, die den Saal in Weeze an diesem Abend verließen.

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matthias.wirth

Matthias Wirth

Der Sinn von Politik ist Freiheit.

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