Bordelle in Deutschland bekommen auch Corona-Hilfen für ihre Umsatzausfälle. Dagmar König fordert bei der Vergabe des Geldes genauer hinzuschauen. Es könne nicht sein, dass der Staat Kriminelle unterstützt, indem er Steuergeld an Bordelle ausreicht, in denen Frauen mit Gewalt zur Prostitution gezwungen werden und es zu massiven Menschenrechtsverletzungen kommt.

Es ist eine Branche, die in hohem Maße von Missbrauch geprägt ist.

Die Funke-Medien Gruppe berichte jüngst über Corona-Hilfen für Bordelle. (Hier zu lesen.) Die stellvertretende CDA- und verdi-Bundesvorsitzende Damgar König sagte dazu: "Es gibt natürlich Menschen, die das freiwillig und selbstbestimmt machen und Betriebe, die die Regeln einhalten und Steuern zahlen. Hier gibt es keinen Grund, ihnen die Corona-Hilfen zu verwehren. Anders sieht es in den vielen Etablissements aus, wo Menschenrechte massiv verletzt werden und es zu Zwang und Ausbeutung kommt. Das kann der Staat nicht auch noch mit Steuermitteln unterstützen. Im Gegenteil. Daher sollte es vor der Auszahlung von Corona-Hilfen an Bordelle eine Prüfung geben, ob sich der Prostitutionsbetrieb in der Vergangenheit etwas zuschulden hat kommen lassen oder ob er bei Polizei und Gewerbeämtern aufgefallen ist. Wenn es Anzeigen, Verfahren oder Ermittlungen gab, muss es die Möglichkeit geben, die Hilfen zu verweigern. Der Staat muss besser hinschauen, bevor er Steuergeld in solche Betriebe gibt und damit letztlich den Missbrauch sponsert.

Wenn die Pandemie vorüber ist, muss die Politik rasch Wege finden, um Menschenrechtsverletzungen und Ausbeutung in der Prostitution stärker zu bekämpfen. Wir können das nicht länger hinnehmen. Wir müssen die Gesetze so ändern, dass wir an die Hintermänner des Menschenhandels kommen. Etwa, indem wir Frauen, die mit Gewalt zur Prostitution gezwungen und damit versklavt werde, zur Aussage gegen ihre Peiniger bewegen und sie in Zeugenschutzprogramme bringen. Politik und Gesellschaft müssen die Missstände in dieser Branche endlich wahrnehmen und dagegen vorgehen."

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