Anita Euler ist Mitglied im CDA-Bundesvorstand und stellvertretende Vorsitzende der Jungen CDA. Sie setzt sich seit Jahren für Organspende ein – und musste sich schon selbst schmerzhaft damit auseinandersetzen. Mit Tabea Burchartz (CDA-Bundesvorstand) und Helmut Sterzenbach (CDA Bezirksvorsitzender Westhessen) hat sie nun die Deutsche Stiftung Organtransplantation (DSO) in Frankfurt/Main besucht. In ihrem Beitrag schildert sie, warum das Thema Organspende sie nicht loslässt.

Im Mai 2012 beschloss der Bundestag eine Organspendereform. Seitdem haben die Versicherten von ihrer Krankenkasse Infos und einen Organspendeausweis erhalten. Die Reform soll das Thema in den Fokus der Bürger rücken. Ob es Wirkung zeigt, kann man kaum messen. Schaut man auf die Zahl der Organspender, ist sie nach dem dramatischen Einbruch 2012 auch 2013 um 16,3 Prozent auf 876 Spender gesunken. Demgegenüber stehen 11.000 Menschen in Deutschland, die auf ein Spenderorgan warten.

Der Organspendeablauf ist jetzt transparenter

Warum klafft dort eine so große Lücke? Mit dieser Frage ist eine kleine CDA-Abordnung zur Deutschen Stiftung Organtransplantation (DSO) gefahren. Pressesprecherin Birgit Blome berichtete uns, dass bis zum Wartelisten-Manipulationsskandal die Stimmung positiver gewesen sei – unter anderem infolge der Lebendspende von Frank-Walter Steinmeier. Nach dem Skandal wurden Maßnahmen ergriffen, die den Ablauf transparenter machen. Das Mehraugenprinzip, bei der Hirntoddiagnose bereits seit Jahren erforderlich, wurde auch bei der Aufnahme der Patienten auf die Warteliste eingeführt.

Es ist viel wahrscheinlicher, dass man auf ein Spenderorgan angewiesen ist, als selbst zum Organspender zu werden. Muss man sich also nicht damit auseinandersetzen? Doch! Jeder sollte sich entscheiden, ob er zur Organspende
bereit wäre. Eine Entscheidung über die Organe eines Angehörigen zu treffen, ist oft sehr belastend. Ich habe es selbst erlebt. 2005 wurde der Hirntod meines Bruders festgestellt, er ist nur 25 Jahre alt geworden. Für meine Eltern und mich war recht schnell klar, dass wir die Organe zur Spende frei geben. Es ist tröstend zu wissen, dass dadurch sechs Menschen das Leben gerettet wurde.

Organspenden helfen

Wie segensreich Organspenden sind, zeigt auch die Geschichte von Helmut Sterzenbach. „Bei mir hat es vier Jahre, einen Monat und 15 Tage gedauert, bis der Anruf kam“, berichtete er in dem Gespräch bei der DSO. Er hatte im Alter von 24 eine Viruserkrankung, die dauerhaft seine Nieren schädigte. 25 Jahre lang konnte er medikamentös behandelt werden, bis er mit der Dialyse anfing. Dreimal pro Woche, zunächst vier, anschließend fünf Stunden musste sein Blut gereinigt werden. Acht Stunden nach der Transplantation durfte er das erste Mal aufstehen und hatte gleich das „wahnsinnig gute Gefühl“, dass es ihm wieder besser geht.

Am 7. Juni fand in Stuttgart unter dem Motto „Richtig. Wichtig. Lebenswichtig“ der diesjährige „Tag der Organspende“ statt. Die Junge CDA Baden-Württemberg startet dazu vor Ort eine Aktion. Weitere Informationen über das Thema Organspende stehen auf den Internetseiten www.dso.de.

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