Die Diskussion über die Öffnung der Kitas hat in den letzten Tagen deutlich an Fahrt gewonnen. Viele Eltern sind nach Wochen der Mehrfachbelastung - in der ohnehin belastenden Situation der Kontakt- und Ausgangsbeschränkungen – fast am Ende ihrer Kräfte angekommen.

Die Kultusministerkonferenz hat sich gestern auf ein Konzept zur stufenweise Öffnung der Kitas geeinigt. Das macht Hoffnung, dass für viele Eltern die aktuellen Mehrfachbelastungen reduziert werden und erhöht die Planungssicherheit. Oberstes Ziel ist dabei weiterhin der Gesundheitsschutz der Kinder, Eltern und Familienangehörigen und natürlich der Erzieherinnen und Erzieher. Hygiene- und Verhaltensvorschriften sind gerade bei kleinen Kindern eine Herausforderung. Bislang haben hier klare Anweisungen und Leitlinien für deren Umsetzung gefehlt. Trotzdem haben viele Kitas sich der Situation angepasst, zum Teil mit sehr individuellen und kreativen Ansätzen, wie unser JCDA-Bundesvorstandsmitglied Janik Wiemann berichtet. Janik arbeitet auch während den letzten Wochen als Erzieher in der Notbetreuung einer Kita in NRW und hat konkrete Forderungen für eine stufenweise Öffnung der Kitas:

In Kindertagesstätten und Kindergärten kann es keinen Abstand von 1,5 bis 2 Metern geben. Es gibt Körperkontakt beim Spielen, in der Pflege, Ankleidungssituationen und Mahlzeitenassistenz bei Kindern von 0-3 Jahren. Zudem ist ein großer Teil der pädagogischen Arbeit die Beziehungsarbeit mit den Kindern.

Natürlich wären hier echte Schutzmasken, also FFP2-Masken, die auch den Träger vor einer Infektion schützen können, eine Idee. Aber wie reagieren die Kinder darauf, wenn plötzlich alle Erzeherinnen und Erzieher durch eine Maske vermummt sind? Gerade Kinder aus anderen Gruppen, die mich und andere Kolleginnen und Kollegen nicht gut kennen, könnten hier ängstlich auf eine maskierte, unbekannte Person reagieren.

Das Gute ist, dass bei dem guten Wetter viele Aktivitäten an die frische Luft verlegt werden können. Bei uns fängt es damit an, dass wir die Bring- und Abholsituation über den Außenbereich organisiert haben. So kann Abstand zwischen den Eltern eingehalten werden und es gibt kein Gedränge im Eingangsbereich.

Auch viele Aktivitäten mit den Kindern können nach draußen verlagert werden. Damit wird vermieden, dass Kinder und Beschäftigte sich den ganzen Tag in Räumen aufhalten (auch wenn wir regelmäßig lüften). Außerdem ist Bewegung für die gesunde Entwicklung von Kindern unabkömmlich – und dadurch, dass in den letzten Wochen die Spielplätze geschlossen waren und nach wie vor sind, ist das unter Umständen auch zu kurz gekommen.

Das Konzept der Kultusministerkonferenz ist ein Startpunkt. Ich wünsche mir von den zuständigen Ministerien nun aber Klarheit in der Umsetzung für die Erzieherin und den Erzieher. Wir sorgen mit unserer Arbeit dafür, dass systemrelevante Arbeitskräfte ihren Dienst für die Gesellschaft verrichten können.

Die Junge CDA begrüßt die Ausweitung der Betreuungsmöglichkeiten durch die stufenweise Öffnung der Kitas. Sie fordert die Landesregierungen auf, auf Basis wissenschaftlicher Erkenntnisse fortlaufend zu prüfen, ob die Betreuungskapazitäten erhöht und auch Spielplätze unter bestimmten Auflagen geöffnet werden können. So können Eltern entlastet und der Alltag der Kleinsten in der Gesellschaft schrittweise wieder kindgerechter gestaltet werden. Maßgabe muss dabei generell sein, vom Lockdown in angemessenen Schritten zu einem Alltag mit dem notwendigen Infektionsschutz zu kommen.

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