Kai Whitthaker ist seit 2013 Mitglied im Deutschen Bundestag. Dort ist er Mitglied im Ausschuss Arbeit und Soziales, Berichterstatter für die Themen Hartz IV und die Zukunft der Arbeit sowie seit 2018 Obmann der CDU/CSU Bundestagsfraktion im parlamentarischen Beirat für nachhaltige Entwicklung. Innerhalb der CDU ist er seit 2019 gemeinsamer Vorsitzender des Bundesfachausschusses Arbeit und Soziales.

Sie sind mit 28 Jahren erstmals in den Deutschen Bundestag eingezogen. Wie sind Sie damals zur Sozialpolitik gekommen?
In meinem Volkswirtschaftsstudium habe ich mich stark mit dem Sozialversicherungswesen, der Wirkung, Unterschieden zu anderen Wirtschaftsbereichen und Lösungsansätzen beschäftigt. Es gibt auch einen praktischen Berührungspunkt: Meine Familiengeschichte ist stark geprägt vom sozialen Aufstieg. Von Landwirtschaft, über Handwerk und Industrie hin zu mir, der als erstes in der Familie studieren konnte. Neben den „Aufs“ gab es auch „Abs“, wo der Sozialstaat eingesprungen ist.

Welche großen Themen haben Sie seitdem besonders beschäftigt?
Wie können wir Menschen Chancen ermöglichen? Wichtig sind Bildung, aber auch Vermögensaufbau und Teilhabe an der Vermögensentwicklung im Land. Soziale Durchlässigkeit wird leider in Debatten vernachlässigt.

Im letzten Jahr haben Sie sich vermehrt in die Arbeit der CDA eingebracht, was bedeutet für Sie christlich- soziale Politik?
Wie Adenauer sagte: Jeden Menschen so zu nehmen, wie er ist. Ihm Chancen zu eröffnen, wo Stärken liegen, und zu helfen, wo es Schwächen gibt.

In Ihrem Heimatland Baden- Württemberg geht aktuell die Angst vor dem Strukturwandel in der Automobilindustrie um. Wie beurteilen Sie die Entwicklungen?
Ich sehe die deutsche Automobilindustrie leider noch nicht als Gewinner vom Platz gehen. Die großen Trends sind Klimaschutz und Digitalisierung. Dazu gehören alternative Antriebe und autonomes Fahren. Derzeit sind wir noch zu sehr auf Verbrennungsmotoren spezialisiert. Ich hoffe, dass wir in Deutschland nicht nur das Transportmittel, sondern das gesamte Mobilitätskonzept bieten können.

Neben der Sozialpolitik liegt Ihr Schwerpunkt auf Nachhaltigkeit. Für viele ist das nur ein wolkiger Modebegriff. Wofür genau ist der parlamentarische Beirat eingerichtet worden?
Nachhaltigkeit ist ein christdemokratisches Konzept, das soziale, wirtschaftliche und ökologische Aspekte verbindet. Der parlamentarische Beirat für nachhaltige Entwicklung kontrolliert, ob sich Gesetze an die Nachhaltigkeitsstrategie halten. Ich wünsche mir, dass wir nicht nur Kosten, sondern auch Nutzen hinterfragen. Wie lautet Ihr Lebensmotto? Einfach machen.

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