SO!: Würden Sie heute einem jungen Menschen noch guten Gewissens raten, Bauer oder Bäuerin zu werden?

Karl-Josef Laumann: Ein ganz klares Ja. Das ist ein schöner Beruf. Allerdings muss der Hof eine gewisse Größe haben. Und man muss sich von nostalgischen Vorstellungen lösen.

SO!: Was heißt das?

Laumann: Manch einer hegt die Vorstellung, in der Landwirtschaft habe sich seit 100 Jahren kaum etwas verändert. Dabei wird dort modernste Technik eingesetzt, und Bauern müssen heute auch Manager sein.

SO!: Finden Sie, dass die Deutschen zu wenig Geld fürs Essen ausgeben?

Laumann: Ich bin gegen Schwarz-Weiß-Malerei. Natürlich sollte uns gutes Essen etwas wert sein. Aber viele Menschen verfügen nach wie vor nicht über ein besonders üppiges Budget. Deshalb halte ich es für eine große Errungenschaft, dass etwa in Discountern hochwertige Lebensmittel zu bezahlbaren Preisen erhältlich sind. Gute Nahrungsmittel sollten kein Privileg sein.

SO!: Auch Tierschutz hat seinen Preis...

Laumann: …und der Schutz von Arbeitnehmerrechten auch! Wenn wir das Fleisch aus der Schmuddelecke holen wollen, müssen wir nicht nur den Tierschutz im Auge haben. Sondern wir müssen auch dafür sorgen, dass Beschäftigte auf Schlachthöfen anständig bezahlt und behandelt werden. Zum Glück ist da einiges in Bewegung geraten – vor allem dank dem Einsatz von vielen Christlich-Sozialen.

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