Vermögensbildung in Arbeitnehmerhand ist seit jeher ein Herzensthema christlich-sozialer Politik. Die Soziale Marktwirtschaft basiert auf einer breiten Vermögensbildung, denn sie ermöglicht sozialen Aufstieg und letztlich Teilhabe über Generationen hinweg. Lars Schäfers gibt in der 30. Ausgabe der Königswinterer Notizen einen Überblick über historische und aktuelle Aspekte der Vermögensbildung und ihre Verankerung in der katholischen Soziallehre.

[…] Der Einzelne gewinnt durch Vermögen mehr Freiheit und Handlungsmöglichkeiten sowie die materielle Basis zur Entfaltung seiner Persönlichkeit; er erhält Vermögenserträge als Ergänzung seines Arbeitslohns und ist nicht nur im Alter, sondern auch in Notfällen besser abgesichert. Für die Gesellschaft ist eine breite Vermögensstreuung ein hoher Wert, da gesellschaftliche Spannungen dadurch vermindert werden, und die demokratisch-marktwirtschaftliche Ordnung mit dem Recht auf Privateigentum als Basis erfährt größere Zustimmung. Vermögensbildung darf also nicht auf die Altersvorsorge verengt werden.

Bleibend gültiges Leitbild kann auch heute noch die von Ludwig Erhard anvisierte Teilhabergesellschaft sein: Die „Konzentration des Produktivvermögens ist kein Kennzeichen der sozialen Marktwirtschaft und kein Schicksal. Sie kann und muss durch marktwirtschaftliche Ordnungspolitik überwunden werden. Eine Vermögenspolitik der sozialen Marktwirtschaft beteiligt alle durch Vermögensbesitz an den Unternehmen. Ihr Ziel ist eine Gesellschaft von Teilhabern.“

Politisch bedarf es neben erbschafts- und vermögenssteuerlichen Instrumenten, die die Vermögenskonzentration durch ein hinreichendes Maß an Vermögensumverteilung mindern würden, auch und besonders einer besseren Förderung der Vermögensneubildung für Vermögensarme und Vermögenslose. Je mehr nämlich die Arbeitnehmer bereits an der Primärverteilung der Wirtschaftserträge beteiligt werden, desto weniger muss durch den Staat im Nachhinein umverteilt werden.

Ziel muss es sein, das Aufblühen einer Aktienkultur in Deutschland zu fördern, sodass sich mehr Menschen am „Shareholder Value“ beteiligen.

Dies beinhaltet zwar auch die Teilhabe an den Risiken, zugleich aber auch an den Risikoprämien, den Früchten unternehmerischer Tätigkeit, die sich in Kursgewinnen und Ertragsausschüttungen manifestieren. Zudem wäre eine deutsche Aktienkultur ein Beitrag für mehr Verteilungsgerechtigkeit: Etwa 60 Prozent der Aktien von DAX-Unternehmen gehören ausländischen Investoren. „Damit profitiert also der US-Rentner, der über seine Anteile an den Pensionskassen Miteigentümer der Unternehmen hierzulande ist, von den Erfolgen der deutschen Wirtschaft, während der deutsche Privatanleger aufgrund seiner Aktienabstinenz weitgehend leer ausgeht.“ [...]

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