Unsere Gesellschaft befindet sich seit Monaten in einer Ausnahmesituation. Familien leisten Großartiges: Kinderbetreuung, Homeschooling und Homeoffice gleichzeitig. Marcus Weinberg fordert mehr Unterstützung für Familien.

Wir geben den Familien eine Perspektive auf einen geregelten Alltag und eine verlässliche Betreuung ihrer Kinder.

Inzwischen haben Bund und Länder eine schrittweise Rückkehr zum Regelbetrieb der Kindertagesstätten beschlossen. In vielen Bundesländern wurde die Betreuung bereits stark ausgeweitet. Allerdings ist auch klar, dass ein Teil des Fachpersonals in den Kitas zu den Risikogruppen gehört. Ein Regelbetrieb wird schwer umsetzbar sein. Gerade deshalb ist es so wichtig, dass wir Eltern auch finanziell unterstützen. Es besteht
ein Entschädigungsanspruch in Höhe von 67 Prozent des Nettoeinkommens für Verdienstausfälle bei behördlicher Schließung von Schulen und Kitas zur Eindämmung der gegenwärtigen Pandemie.

Auf Druck der Familienpolitiker der Union wurde die Dauer der Lohnfortzahlung inzwischen von sechs auf zehn Wochen für jeden Elternteil ausgeweitet. Für Alleinerziehende wird der Anspruch auf maximal 20 Wochen verlängert. Das ist ein wichtiges Signal für alle Familien in diesem Land und eine absolute familienpolitische Notwendigkeit. Im Rahmen des Konjunkturpakets erhalten Familien mit geringem und mittlerem Einkommen zudem einen einmaligen Kinderbonus von 300 Euro pro Kind. Alleinerziehende, die in den vergangenen Wochen besonderen Belastungen ausgesetzt waren, werden zusätzlich durch die Verdopplung des steuerlichen Freibetrages in 2020 und 2021 entlastet. Ferner investieren wir in Ganztagsbetreuung und Kita-Ausbau. Um die Nachmittagsbetreuung an Grundschulen und das Ganztagsschulangebot zu verbessern, erhalten die Länder, die 2020 und 2021 Investitionsmittel abrufen, diese in späteren Jahren zusätzlich. Für den weiteren Kita-Ausbau schießt der Bund 1 Mrd. Euro zu.

Aber nicht nur Eltern und Kinder brauchen eine Perspektive in dieser bedrückenden Zeit. Seniorinnen und Senioren zählen zu den besonderen Risikogruppen bei SARS-Cov-2. Um eine hochgefährliche Ausbreitung des Virus unter den älteren Menschen und in Seniorenheimen zu verhindern, wurden Besucherstopps verhängt, die inzwischen gelockert wurden. Auch zuhause lebende Senioren verzichten seit Wochen auf Besuch und persönliche Begegnungen mit Angehörigen und Freunden. Viele Senioren leiden unter der Einsamkeit. Isolation und Einsamkeit führen zu Depressionen und körperlichem Abbau.

Wir stehen in einer besonderen sozialethischen Verantwortung, Gesundheitsschutz und die Bedarfe nach Begegnung und Kontakt ausgewogen wahrzunehmen und unseren Senioren in dieser Corona-Krisenzeit Perspektiven einer Rückkehr zu den familiären Begegnungen und sozialen Kontakten zu öffnen.

Dabei muss die Menschenwürde bei allen Entscheidungen gewahrt und die Bedürfnisse und Wünsche der betroffenen Personen einbezogen werden. Körperliche und seelische Schäden durch die Isolation müssen abgewendet werden. Sterbebegleitung und würdevoller Abschied müssen möglich sein.

Vielerorts gibt es bereits kreative Ideen und Konzepte. Wir fordern die Bundesseniorenministerin auf, die weitere Entwicklung der Konzepte in den Ländern zu koordinieren und unter Einbeziehung von u.a. Wissenschaftlern, Ethikern und Seniorenorganisationen Perspektiven für die Seniorinnen und Senioren in Deutschland zu erarbeiten.

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