In einer Analyse der Konrad Adenauer Stiftung schreibt Matthias Zimmer zum Thema Nachhaltigkeit. Die zentrale Aussage lautet: Das gute Leben ist ein Leben im Einklang mit der Schöpfung und der menschlichen Würde.

Aus Sicht der Katholischen Soziallehre ging es schon immer darum, ein gutes Leben, auch ohne Reichtum an materiellen Gütern zu führen und die Zukunft der Menschheit nicht rücksichtslos zu gestalten. So sollte Innovation, die häufig mit rastlosem Fortschritt und Konsumismus verbunden ist, auch so gestaltet sein, dass sie die Grenzen der Schöpfung anerkennt und mit der Würde des Menschen vereinbar bleibt.

Mit der Enzyklika Laudato si´ hat die Katholische Kirche das Thema Nachhaltigkeit in den Fokus gerückt. Die Enzyklika gilt als weltweit wichtigster Referenztext der Nachhaltigkeitsdebatte. In ihm spielen die ethische Dimension und die Frage nach dem guten Leben eine zentrale Rolle. In seiner Analyse macht der Autor Prof. Dr. Matthias Zimmer deutlich, dass die Grundbotschaft der Enzyklika Laudato si´, diese Wirtschaft töte, keine Absage an Märkte allgemein und Formen kapitalistisch orientierten Wirtschaftens im Besonderen sei, sondern ein Hinweis auf Entartungsformen, die der Idee des Gemeinwohls konträr gegenüberstehen Demnach gehe zusätzliches Wachstum nicht notwendig mit mehr Wohlstand und mehr Lebensqualität einher.

Für die Katholische Soziallehre bleibt die Idee des guten Lebens also an zwei Begründungskontexte gebunden: Das gute Leben ist ein Leben im Einklang mit der Schöpfung und der menschlichen Würde. Dennoch entwickelt und verändert sich die Soziallehre. Sie ist offen für Interpretation, gleichwohl sie kein Rezept zur Überwindung der kapitalistischen Wirtschaftsordnung anzubieten hat. Ihr innovatives Potential könnte auf Fragen der Nachhaltigkeit neue Antworten geben. So auch mit dem zentralen Begriff des Gemeinwohls als regulatorisches Prinzip des Wirtschaftslebens. Das Konzept der Gemeinwohlökonomie stellt durchaus ein Alternativkonzept zur gegenwärtigen Praxis des Wirtschaftens dar.

Die gesamte Analyse der Konrad Adenauer Stiftung ist hier zu lesen.

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