Diese Woche wurde Norbert Blüm auf dem Alten Friedhof in Bonn beigesetzt. Mehrere Politiker gaben ihm die letzte Ehre und würdigten das Leben des herausragenden Politikers. Auch zahlreiche Nachrufe wurden auf sein Leben verfasst. Eine kleine Auswahl stellen wir hier vor:

Von 1990 bis 1998 haben Bundeskanzlerin Merkel und Norbert Blüm im Kabinett von Helmut Kohl zusammengearbeitet. "Norbert Blüm hat meine politische Arbeit stark geprägt. Er kannte Werkbank und Ministerschreibtisch. Sein Herz schlug für die Menschen, die mit ihrer Arbeit unser Land aufgebaut haben. Er hat die Soziale Marktwirtschaft entscheidend mitgeprägt.", betont Merkel zum Tod des langjährigen Bundesministers.


In der Bild erinnert Bundesinnenminister Horst Seehofer an seinen alten Lehrmeister Blüm: "Oft kämpften wir gemeinsam für christlich-soziale Positionen. Das brachte uns den Titel „Herz-Jesu-Sozialisten“ ein. Doch Blüm war schlagfertig. Seine Gegner mussten ihre Polemik oft bitter bereuen, wenn sie an seinem Humor und Wortwitz scheiterten."


Die Süddeutsche Zeitung widmet Norbert Blüm einen eigenen Nachruf und erinnert an das schmerzliche Zerwürfnis mit Helmut Kohl: "Norbert Blüm war einer jener Politiker, deren aktive Zeit schon so lange zurückliegt, aber deren Name auch jungen Menschen noch geläufig ist. Er war einfach zu markant: diese Nickelbrille, diese Mischung aus Angriffslust und Selbstironie schon im Blick." Lesenswert ist auch die Kolumne von Heribert Prantl in der Süddeutschen, die einen sehr persönlichen Blick auf das Leben von Norbert Blüm wirft.


Auch der Bonner General-Anzeiger schreibt über die prägende Figur der Stadt Bonn: "Wo anfangen, wo aufhören bei einem Mann, dessen Leben Begegnung und Bewegung war? Vielleicht an seiner Haustür im trubeligen Teil der Bonner Südstadt: „Hier war Goethe“ steht da in ganz großen Lettern – und darunter ganz ganz klein: „nie“. Ein typischer Blüm, ein Einblick in seinen umwerfenden Humor, noch bevor er selbst spricht."


Die FAZ erinnert an die sozialen Vorstellungen von Norbert Blüm: "Die Kirche im Dorf lassen, den Sozialstaat bewahren und die kollektiven Sicherungssysteme, die Flächentarife und nationalen Sozialklauseln hochhalten, das alles gehörte zu Blüms Grundüberzeugung der sozialen Marktwirtschaft und zugleich zur DNA der gereiften Bonner Bundesrepublik."


Der Tagesspiegel hebt die klare und einfache Sprache von Norbert Blüm hervor und erwähnt dabei auch seine literarischen Anfänge in der Sozialen Ordnung: "Geschrieben hat er immer, und wie es seine Art war. Er, der Doktor der Philosophie, hielt sich an das Schopenhauer-Wort: Sage ungewöhnliche Dinge in gewöhnlichen Worten. Das blieb seine Leitlinie. Wie gesagt, so geschrieben. Seine Beiträge als junger Redakteur der „Sozialen Ordnung“, herausgegeben von der Christlich-Demokratischen Arbeitnehmerschaft, kurz CDA, zeugen davon."


Der Spiegel erinnert an Blüms Chile-Politik und wie er dem Diktator Pinochet die Stirn geboten hat: "Dafür war der mit einem von den USA geförderten Putsch 1973 an die Macht gekommene General Augusto Pinochet bereit, den Minister aus Deutschland zu empfangen. Hatte man doch gute historische wie aktuelle Beziehungen mit den Deutschen. Aber Blüm macht mit dem ersten Satz die Positionen klar: "Herr Präsident, Sie sind ein Folterknecht."

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