Serap Güler (40) ist seit 2017 Staatssekretärin für Integration im Ministerium für Kinder, Familie, Flüchtlinge und Integration des Landes Nordrhein-Westfahlen. Seit 2012 ist sie Mitglied im Bundesvorstand der CDU und seit 2019 Mitglied im Bundesvorstand der CDA.

Warum sind Sie in der CDA engagiert?
Die CDA ist das soziale Gewissen unserer Partei. Für mich Grund genug, um dabei zu sein.

Sie sind Staatssekretärin einer Landesregierung, die in Umfragen sehr gut dasteht. Was ist die Erfolgsformel der Regierung Laschet?
Ich denke das Wichtigste ist, dass sich viele Menschen mit ihren Sorgen wirklich ernst genommen fühlen und das Gefühl haben, dass die Landesregierung eben nicht an ihnen „vorbei regiert“. Aber auch: Dass die Koalition insgesamt gut und partnerschaftlich zusammenarbeitet.

Sie haben keine Angst, sich mit streitbaren Thesen in die öffentliche Debatte einzumischen. Muss man beim Thema Integration dafür ein besonders dickes Fell haben?
Als Politiker muss man zwar grundsätzlich ein dickes Fell haben, aber gleichzeitig stets darauf achten, dass es nicht zu dick wird, weil die Gefahr, die Sensibilität zu verlieren eben auch groß ist. Mein Thema ist tatsächlich gesellschaftlich vielschichtiger und komplexer, da jeder dazu eine Meinung hat. Gefährlich wird es halt dann, wenn Meinungen lediglich am Stammtisch und nicht durch Begegnungen gemacht werden. Gegen Stereotype anzukämpfen ist manchmal erschöpfend, aber wichtig. Da darf man manchmal auch keinen Streit scheuen.

Sie fordern auch von Menschen mit Migrationsgeschichte „Stolz“ auf Deutschland ein. Wie meinen Sie das?
Wir leben in einem der besten Länder dieser Welt. Wir sind eine soziale und solidarische Gesellschaft, die zudem mit den Jahren immer offener wurde. Wenn es einen Punkt gibt, wo die Integration reibungslos gelungen ist, ist es das Gemeckere über dieses Land. Dieses immer alles schlecht reden geht mir auf den Zwirn. Die letzten Monate haben deutlich gemacht, wie gut es uns geht und in was für einem tollen Land wir leben. Darauf können wir insgesamt sehr stolz sein – nicht nur Menschen mit Migrationsgeschichte.

Welches integrationspolitische Thema sollten CDU und CDA intensiver bearbeiten?
Ich würde mir wünschen, dass wir uns stärker für das Bleiberecht bei denjenigen einsetzen, die hier seit Jahren oder sogar Jahrzehnten in Kettenduldungen leben. Gerade für jüngere Menschen ist diese Perspektivlosigkeit schwierig und gefährlich zugleich, weil sie zum Beispiel nur schwierig Fuß auf dem Arbeitsmarkt fassen können und dann die Verlockung, auf illegalem Weg Geld zu verdienen, zu groß ist. Das darf einfach nicht sein.

Wie lautet Ihr Lebensmotto? Unter Druck entstehen Diamanten.

Vorheriger Beitrag Nächster Beitrag