Ulrich Silberbach (59) ist seit 2017 Bundesvorsitzender des dbb Beamtenbund und Tarifunion.

Warum sind Sie Mitglied der CDA geworden?
Mir war von Beginn meiner Arbeit im öffentlichen Dienst an wichtig, die Interessen der Beschäftigten zu vertreten. Das hat sich natürlich auch auf mein politisches Engagement ausgewirkt. Die Mitgliedschaft in der CDA war da nur konsequent.

Was bedeutet christlich-soziale Politik für Sie?
Gerechte Löhne, den Wandel der Arbeitswelt gestalten, für starke Interessenvertretungen sorgen – dies war und ist für Deutschland Grundlage von wirtschaftlichem Erfolg und gesellschaftlichem Zusammenhalt.

Die Legislaturperiode neigt sich dem Ende zu, welche Forderungen haben Sie an die zukünftige Bundesregierung?
Wir fordern, dass der öffentliche Dienst finanziell und personell gestärkt wird und die Entwicklung der digitalen Verwaltung vorangetrieben wird. Es braucht einen Digitalpakt für die öffentliche Verwaltung, der die flächendeckende Einführung digitaler Verfahren ermöglicht und die Aus- und Fortbildung der Kolleginnen und Kollegen fördert.

Corona hat die letzten Tarifverhandlungen im öffentlichen Dienst geprägt. Welche Herausforderungen kommen bei den nächsten Runden auf den dbb zu?
Derzeit gibt es Signale, dass die Länderarbeitgeber das Thema „Arbeitsvorgang“ zum Kernthema machen wollen. Das klingt erstmal sehr technisch, aber am Ende geht es dabei um die Eingruppierung der Beschäftigten – und damit für die Einzelnen um viel Geld. Dass die Arbeitgeber sogar ihre generelle Verhandlungsbereitschaft davon abhängig machen wollen, dass die Gewerkschaften bei diesem Thema klein beigeben, verspricht leider nichts Gutes.

Welches Thema muss die CDA aus Ihrer Sicht noch stärker in den Fokus nehmen?
Fragen nach Arbeitsformen, Arbeitszeit, der Entgrenzung von Beruf und Privatem müssen beantwortet werden. Das wird der Politik nur zusammen mit starken Gewerkschaften gelingen.

Wie lautet ihr Lebensmotto?
Packen wir es an – jetzt!

Vorheriger Beitrag Nächster Beitrag