Eike Holsten (38) ist seit 2021 Vorsitzender der CDA Niedersachsen. Seit 2017 ist der dreifache Vater direkt gewählter Landtagsabgeordneter für den Wahlkreis Rotenburg. Er ist u. a. Mitglied im Ausschuss für Finanzen.

Warum engagieren Sie sich in der CDA?
Aus dem gleichen einfachen Grund, aus dem ich vor rund 20 Jahren in die CDU eingetreten bin: Um aus christlicher Verantwortung und nach dessen Menschenbild Politik zu gestalten. Damit sind wir Christlich-Sozialen in meinen Augen auch nicht weniger als die Bewahrer der Kern-DNA der CDU.

Sie sind auch Kommunalpolitiker und junger Vater, was sind die Herausforderungen von Familien gerade auch im ländlichen Raum?
Bei drei kleinen Kindern schaut man zunächst auf Kinderbetreuung und gute Bildungschancen, da sind wir auf dem Land ganz gut aufgestellt. Die Wohnraumfrage treibt viele Familien um. Steigende Mieten und Nebenkosten, aber vor allem steigende Preise für Kauf oder Bau von Eigentum belasten gerade junge Familien. Hier müssen wir politische Antworten finden.

Die Neuaufstellung der CDA Niedersachsen ist auch Teil des Erneuerungsprozesses der CDU. Wie will die gesamte CDU wieder mehr Vertrauen bei den Wählern gewinnen?
Schlicht und ergreifend indem wir wieder anständig miteinander umgehen. Respekt vor anderen Meinungen, Diskussionsfreude und der Glaube, gemeinsam das Beste für die Menschen zu erreichen, sollte uns auszeichnen. Wenn wir das ernsthaft vorleben, werden die Menschen uns auch wieder vertrauen.

Die Landtagswahl in Niedersachsen im nächsten Jahr rückt immer näher, welche sozialpolitischen Akzente muss die Union setzen?
Wir brauchen bei der Bildung eine Aufholjagd nach Corona. Da ist viel kaputt gegangen, was im „Regelbetrieb“ nicht einfach aufgefangen werden kann. Dazu der Schwerpunkt auf Wohnen und ärztliche Versorgung, gerade auf dem Land. Unsere Enquete-Kommission des Landtags zur medizinischen Versorgung hat kluge Vorschläge erarbeitet, die jetzt auf Umsetzung warten. Und wir müssen klar machen, dass die Klimaschutzmaßnahmen der neuen Ampelregierung nicht auf Kosten von Geringverdienern und Berufspendlern gehen dürfen.

Wie lautet Ihr Lebensmotto?
Kein Motto. Aber der feste Wille, mit jedem Menschen so umzugehen, wie ich es von ihm erwarte. Jeder der Politik macht, egal auf welcher Ebene, weiß, dass das im Angesicht bestimmter Typen eine echte Kunst sein kann.

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