Volker Ullrich (44) ist seit 2013 Abgeordneter im Deutschen Bundestag. Dort ist er Mitglied im Ausschuss für Recht und Verbraucherschutz und im Europaausschuss. Für die CSU- Landesgruppe leitet er den Arbeitskreis Innen, Recht und Verbraucherschutz. 2018 wurde er zum Landesvorsitzenden der Christlich-Sozialen Arbeitnehmerschaft gewählt.

Seit Ende 2018 sind Sie Vorsitzender der CSA, der Schwestervereinigung der CDA. Was sind die Schwerpunkte Ihrer ersten Amtszeit?

Derzeit liegt unser Schwerpunkt natürlich auf der wirtschaftlichen und sozialen Abfederung der Corona-Krise. Aber grundsätzlich verstehen wir uns als Ansprechpartner der Personal- und Betriebsräte und als Kämpferin für die kleinen Leute. Deshalb haben wir uns auch von Beginn an zur Grundrente bekannt. Aber auch die Zukunft der Arbeitswelt beschäftigt uns.

Wie sieht für Sie die ideale Zusammenarbeit zwischen CSA und CDA aus?

Es ist gut, dass wir uns regelmäßig treffen und austauschen. CDA und CSA sind eine starke Brücke zwischen den beiden Unionsparteien. Beide stehen für die Interessen der breiten Mitte der Gesellschaft und ein klares, auf dem christlichen Menschenbild basierendes Wertefundament. Das sind die besten Voraussetzungen, um als Volkspartei der Mitte erfolgreich zu bleiben.

Kurzarbeit, Konjunktureinbruch und Rekordneuverschuldung, Corona prägt seit Monaten die Debatten auch in der Arbeitsmarkt- und Sozialpolitik. Wie sieht in der Krise gute Politik für Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer aus?

Wir müssen das Niveau der Beschäftigung stabilisieren und Arbeitslosigkeit vermeiden. Die ökonomischen und sozialen Folgen von Arbeitslosigkeit wären gravierend. Sind die Fachkräfte einmal weg, verlieren die Unternehmen viel Knowhow und ihre Innovationsfähigkeit leidet. Deshalb war die Verlängerung des Kurzarbeitergeldes und die finanzielle Unterstützung von Familien genau richtig.

Die Bundestagswahl rückt immer näher. Welche Akzente müssen CDA und CSA für das Wahlprogramm der Union setzen?

Wir müssen uns um die Themen kümmern, die die Lebenswirklichkeit der Menschen abbilden. Ich sehe es als Problem, dass viele Menschen zu kleinen Löhnen arbeiten und kaum Vermögen aufbauen können. Deshalb setzt sich die CSA für eine Stärkung der Tarifbindung und steuerliche Entlastungen für Arbeitnehmer und ihre Familien ein. Ich bin auch der Meinung, dass wir eine Antwort auf die steigenden Eigenkostenanteile in Pflegeheimen brauchen.

Wie lautet ihr Lebensmotto?

Noch habe ich kein Motto gefunden, welches so richtig zu mir passt und möchte daher auch nicht mit einem Sinnspruch Verwirrung stiften. Aber Dankbarkeit, Zuversicht und Mut leiten mich.

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