Die Mitarbeiterkapitalbeteiligung ist ein Herzensthema der CDA. Lange war es um das Thema still geworden. Jetzt wurden in der CDU verschiedene Reformideen erarbeitet. Kai Whittaker beschreibt die Konzepte und ruft zum Handeln auf.

Eigentum bedeutet Unabhängigkeit. Unabhängigkeit bedeutet Freiheit. Fakt ist jedoch, dass ca. 40 Prozent der Deutschen über kein nennenswertes Eigentum verfügen und rund 20 Prozent lediglich wenige 1.000 Euro gespart haben. Viele sind sogar verschuldet. Konkret heißt das: Diese Menschen stehen auf, gehen arbeiten und verdienen Geld, um Schulden abzubezahlen. Sie arbeiten für andere, nicht für sich. Es bedeutet auch maximale Abhängigkeit von diesem einen Job. Wer Kredite bedienen muss, der überlegt sich dreimal, ob er eine Umschulung macht oder sie den Schritt in die Selbstständigkeit wagt.

Wir brauchen kluge Ideen, damit mehr Menschen Eigentum aufbauen können. Dabei kann die Mitarbeiterkapitalbeteiligung eine gute Möglichkeit sein, Arbeitnehmer am Unternehmenserfolg teilhaben zu lassen und finanziell unabhängiger zu machen.

Üblicherweise sind Mitarbeiter in hohem Maße an ihr Unternehmen gebunden. Sie arbeiten hart und zuverlässig für den gemeinsamen Erfolg, werden jedoch – egal ob es besser oder schlechter läuft – auf dem gleichen Niveau bezahlt. Eine reformierte Mitarbeiterkapitalbeteiligung könnte das ändern.

Sowohl der CDU-Bundesfachausschuss Wirtschaft, Arbeitsplätze und Steuern als auch der Arbeitskreis „Zukunft der Arbeit“ der CDU/CSU-Bundestagsfraktion hat konkrete Vorschläge erarbeitet. Sie wollen an zwei Punkten ansetzen.

Zum einen muss es für Mitarbeiter attraktiver werden, überhaupt eine Kapitalbeteiligung haben zu wollen. Derzeit macht der Steuerstaat hier einen Strich durch die Rechnung. Denn der Steuerfreibetrag für Aktien liegt derzeit nur bei 720 Euro pro Jahr. Besser wäre es, wenn wir ihn auf 3.500 Euro pro Jahr aufstocken. Dabei könnte man sogar eine Familienkomponente einführen, indem Ehepartner und Kinder diesen Freibetrag um jeweils 500 Euro pro Jahr und Person erhöhen.

Auch die Regelungen zu vermögenswirksamen Leistungen sind nicht mehr zeitgemäß. Heute können Arbeitnehmer von ihrem Arbeitgeber bis zu 40 Euro im Monat erhalten und über einen Fondssparplan investieren. Dieser Höchstbetrag, seit langer Zeit nicht mehr angepasst, soll nach und nach auf 80 Euro verdoppelt werden. Auch die Arbeitnehmersparzulage müsste erhöht werden.

Zum anderen muss bei den Betrieben angesetzt werden. Einkünfte aus Mitarbeiterkapitalbeteiligungen sollten erst besteuert werden, wenn wirklich Geld fließt. Bisher reicht es schon, wenn die Beteiligung an Wert zunimmt, um besteuert zu werden. Außerdem herrscht bei jungen Unternehmen ein ständiges Kommen und Gehen. Jede Veränderung in der Mitarbeiterkapitalbeteiligungsstruktur erfordert aber einen hohen Verwaltungsaufwand bei Notaren und Gerichten. Das muss einfacher werden. Und es gilt die Risiken von Mitarbeiterkapitalbeteiligungen zu reduzieren. Wenn jemand aus einem etablierten Unternehmen zu einem Start-Up wechselt, weiß er nicht, ob seine Kapitalbeteiligung jemals Geld abwirft. Würde man dies aber in einen Fonds poolen, ähnlich wie bei Versicherungen, dann würde das Risiko sich deutlich minimieren. Die Vorschläge liegen auf dem Tisch. Es ist nun Zeit zu handeln.

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