Bei der Bundestagswahl 2021 dürfen rund drei Millionen junge Wähler zum ersten Mal ihre Stimme abgeben. Sie sind heute zwischen 17 und 20 Jahre alt. Sie sind mit Angela Merkel als Kanzlerin aufgewachsen und entscheiden jetzt über ihre Nachfolge mit. Diese neue Generation ist politischer als ihre Vorgängerjahrgänge. Sie mischt sich ein und hat sind in den letzten Jahren immer wieder laut zu Wort gemeldet: Auf der Straße und in den Sozialen Medien. Wir sind neugierig, was prägt die Erstwähler? Was sind ihre Wünsche und Ziele? Was ist ihr Politikverständnis? Die SO! hat sich auf die Suche nach Antworten gemacht.

Anna, Hanna und Lea, Lukas, Leon und Tim – das sind die beliebtesten Namen der Jahrgänge 2000 bis 2010. Die Fachliteratur nennt sie im Augenblick Generation Z. Eine Generation, deren Kanzlerin Angela Merkel hieß und für die die Wiedervereinigung Deutschlands eine Lektion aus dem Geschichtsunterricht ist. Eine Generation, die mit dem deutschen Wirtschaftsboom nach der Finanzkrise aufgewachsen ist und die im Arbeitsmarkt keine Bedrohung durch Arbeitslosigkeit, sondern eine Chance für eine selbstbestimmte Zukunft sieht. Das Internet war für sie schon immer da, das Smartphone kennen sie seit frühester Kindheit. Facebook ist für sie die Kommunikationsplattform der Eltern, sie selbst sind mit ihren Freunden über Tiktok, Snapschat oder Discord verbunden.

Werte werden wiederentdeckt
Fragt man die Annas und Leons nach ihren Werten, betonen sie die Themen „Familie“ und „soziale Beziehungen“. Aber auch „eigenverantwortlich“ und „unabhängig“ wollen sie sein, ergibt die aktuelle Befragung der umfassen- den Shell-Jugendstudie. Der größte Teil dieser Generation hat ein gutes Verhältnis zu seinen Eltern. Sicher auch, weil sie auf Augenhöhe zu Eigenverantwortlichkeit und Selbstbewusst- sein erzogen wurden. Diese Einstellungen wirken sich auf die Erwartungen für das Berufsleben aus. 93 Prozent der Jugendlichen halten einen sicheren Arbeitsplatz für sehr wichtig. Aber auch die Planbarkeit der Berufstätigkeit, die Sinnhaftigkeit der Arbeit und eine klare Trennung von Beruf und Privatleben sind plötzlich wieder gefragt.

Während für die heutigen 30- bis 40-Jährigen verschwimmende Grenzen zwischen Job und Beruf zur Normalität gehören, möchte die Generation Z ihre Arbeit ganz klar von ihrem Privatleben trennen. Sie stehen flexiblen Arbeitszeiten viel kritischer gegenüber als die Vorgängergeneration. Und nicht nur das, auch unbefristete Verträge und klar definierte Strukturen im Job haben für die junge Generation einen hohen Stellenwert. „Im letzten Jahrzehnt wurde viel von Selbstverwirklichung durch Arbeit gesprochen. Jetzt zeigen die Studien, dass sich das ändert. Die jungen Menschen teilen wieder stärker unsere Grundüberzeugung, dass Arbeit dem Menschen dienen muss. Das ist gut und sollten wir nutzen“, ist CDA-Bundesvize Matthias Zimmer überzeugt. Diese Verschiebung der Werte zeigt sich auch im Bereich Technologie und Digitalisierung. Die junge Generation sieht hier erheblichen Nachholbedarf, dass der Fortschritt für eine bessere Welt und nachhaltiges Wirtschaften eingesetzt wird.

Geprägt durch Wohlstand
Diese Vorstellungen kommen nicht von ungefähr. Haben bis 2010 noch die trübe wirtschaftliche Lage sowie die Angst vor Arbeitslosigkeit oder davor, keinen Ausbildungsplatz zu finden, die Absolventenjahrgänge geprägt, ist es heute anders. Die Annas und Leons sind in größtenteils stabilen Verhältnissen aufgewachsen und wissen die guten gesellschaftlichen Rahmenbedingungen in Deutschland zu schätzen. Die Mehrheit sieht mit großem Optimismus in die Zukunft und rund 60 Prozent der Jugendlichen findet, dass es in Deutschland insgesamt gerecht zugeht.

Aber nicht alle teilen diesen positiven Blick. Rund ein Drittel, so die Shell-Jugendstudie, fühlt sich abgehängt, nicht wahrgenommen und machtlos gegenüber der Zukunft. Die soziale Herkunft ist dabei ein entscheidendes Kriterium für die Sicht auf die Welt. Je geringer ihr formaler Bildungsabschluss oder Bildungsgang ist, desto eher haben die Jugendlichen Angst davor, keinen guten Arbeitsplatz zu finden. Sie fürchten sich mehr davor, in der Gesellschaft nicht mitzukommen und empfinden die Zustände eher als ungerecht.

Die Auswirkungen des Corona-Virus könnten diese Ängste noch bestärken. Bereits jetzt wird vor einem Corona-Jahrgang an Absolventen gewarnt, der es schwerer haben könnte, einen Einstieg in das Berufsleben zu finden. Bisher wirkt sich diese neue Arbeitsmarktlage jedoch nicht auf die Generation aus. In aktuellen Befragungen aus diesem Jahr geben die jungen Menschen an, weniger besorgt um ihre finanzielle Situation und auch weniger gestresst als noch vor der Pandemie zu sein

Angst vor Klimawandel und Umweltverschmutzung
Corona ist für die Generation Z nicht die zentrale Krise. Was sie besonders umtreibt, ist die Erderwärmung sowie die Zerstörung der Natur. Drei von vier Jugendlichen sehen in der Umweltverschmutzung das Hauptproblem. Es ist eine Einschätzung, die alle Jugendlichen verbindet – und die sie in ihre Familien tragen.

Im Frühjahr 2019 haben die ersten Klimastreiks von Fridays for Future in Deutschland stattgefunden und den Klimawandel in vielen Familien mit Kindern im Teenager-Alter zu einem wiederkehrenden Thema am Frühstückstisch gemacht. Gestartet als Schulstreiks, bekamen die Schüler schnell Unterstützung von weiten Teilen der Gesellschaft. Wer beispielsweise in Berlin freitagvormittags am Brandenburger Tor vorbeikam, musste sich regelmäßig auf Verzögerungen einstellen. Zu Hochzeiten trafen sich hier und im ganzen Land tausende Menschen, um gemeinsam zu demonstrieren: Eltern mit Kindergartenkindern, Neuntklässler in Klassenstärke, Oberstufenschüler, Studenten. Sie alle trugen Schilder, um vor dem Klimawandel zu warnen und die Politik, ja die ganze Gesellschaft aufzufordern zu handeln.

„Fridays for Future“ ist zu einem Bindeglied für eine Generation geworden. Manche nennen sie deshalb auch die Generation Greta – angelehnt an die wohl berühmteste Vertreterin und Klimaaktivistin ihrer Generation, die 17-jährige Schwedin Greta Thunberg.

Wie ernst es ihren Vertretern ist, spürt man im Gespräch mit ihren Aktiven. Magdalena, Psychologiestudentin in Potsdam, wollte sich eigentlich aus der Politik heraushalten, sagt sie. Aber für die 20-Jährige ist die Klimakrise „so existenziell, dass ich etwas tun musste“. Vielen Altersgenossen geht es ähnlich. Julius (19), Studienanfänger aus Potsdam und Mitglied der Jungen Union, schätzt das rund 15 Prozent der Schüler seines Gymnasiums bei den Demos 2019 mitgelaufen sind. Das grundsätzliche Interesse an den Themen von Fridays for Future teilt eine weit größere Anzahl: Nachhaltigkeit und Klimaschutz finden alle unsere Gesprächspartner wichtig, Unterschiede gibt es allenfalls in den Lösungsansätzen.

Die Jugendlichen sehen sich dabei nicht in einem Generationenkonflikt, wie ihn die 68er mit ihren Eltern ausgetragen haben. Das Verhältnis zu diesen ist trotz der steigenden Politisierung der jungen Generation historisch gut. Der Ansatz ist eher, die Eltern und Großelterngeneration zu sensibilisieren und mitzunehmen. Schaut man sich auf den Demonstrationen um, gelingt dies in großem Ausmaß. Hier demonstrieren Jugendliche mit ihren Eltern. Klimaschutz und Nachhaltigkeit sind auch keine generationenspezifischen Themen, über alle Altersgruppen hinweg gibt es Unterstützung für diese Fragen. Die Akteure sehen sich eher in Konflikt mit der Wirtschaft und der verantwortlichen Politik.

Politisch und engagiert – aber selten in Parteien
Gerade die Klimabewegung zeigt, dass junge Menschen wieder politischer werden. Laut Shell-Jugendstudie interessieren sich 45 Prozent der 12- bis 25-Jährigen für Politik, 2002 waren es nur 34 Prozent. So groß das Interesse für Politik ist, so gering ist die Bereitschaft, sich in Parteien oder auch Gewerkschaften zu engagieren. Nur vier Prozent engagieren sich oft oder gelegentlich in einer Partei. 39 Prozent engagieren sich nach eigener Aussage durch persönliche Aktivität. Hier zeigt sich auch ein Wandel der politischen Kultur: Mitmachen ja, aber nur punktuell und nur da, wo man sich voll identifizieren kann. Magdalena erklärt es so:

Wenn man in Parteien eintritt, wird man gleich für das ganze Programm verantwortlich gemacht, obwohl man doch ein bestimmtes Thema voranbringen will,

deshalb engagiert sie sich lieber für Projekte, die ihr am Herzen liegen. Diese Haltung der Jugendlichen findet sich sehr oft wieder. Manche sind aber auch grundsätzlich sehr skeptisch gegenüber der Stellung der Parteien in unserem Land. Otto wünscht sich viel mehr „direkte Mitspracherechte“, damit keine guten Ideen aus der Bevölkerung verloren gehen. Parteien sind ihm zu strategisch. „Da kommt nicht immer die beste Lösung raus“, findet er.

So ist dann bei Befragungen auch eine hohe Politikverdrossenheit erkennbar. 71 Prozent unterstützen die Aussage, dass Politik sich nicht „für Leute wie sie“ interessiert. In der Folge liegt die Wahlbeteiligung bei den Jungwählern immer noch deutlich unter dem allgemeinen Durchschnitt. Ob sich dies im Schatten von Klimakrise und Corona ändert, wird die nächste Bundestagswahl zeigen.

Klar ist jetzt schon, dass das relative Gewicht der Jugend sinkt. Der Anteil der Jungwähler an der Gesamtzahl der Wahlberechtigten ist 2020 auf 8 Prozent gesunken, 1990 lag er noch bei 12 Prozent. Hier schlägt sich der Geburtenrückgang deutlich nieder. Die nächste Generation wird zahlenmäßiger also schwächer. Dafür sind sie besser vernetzt als alle Generationen vor ihnen.

Aufgewachsen mit dem Handy
Wer nach 2000 geboren wurde, ist unweigerlich mit Smartphones und Sozialen Medien groß geworden. Erstmals in der Geschichte der Menschheit wachsen Kinder mit einem Medium auf, dass ihnen nicht nur die Welt zeigt, sondern sie auch mit Gleichgesinnten über Grenzen hinweg kommunizieren lässt.

Wie wichtig das Netz für die heutige Jugend ist, zeigt eine Studie vom Deutschen Institut für Vertrauen und Sicherheit im Internet. 68 Prozent der Befragten können sich ein Leben ohne Internet nicht mehr vorstellen. Das Netz ist aus der Sicht junger Menschen dabei vor allem eins: praktisch. 69 Prozent sagen sogar, dass es sie glücklich macht. Viele in der Jugendphase wichtige Aktivitäten haben sich in digitale Räume verschoben. Jugendliche und junge Erwachsene trennen daher auch nicht mehr zwischen analoger und digitaler Welt. Reale und virtuelle Lebensräume sind miteinander verschränkt und beeinflussen sich wechselseitig.

Das Netz politisiert
Das Internet bringt die Generation früh mit politischen Inhalten in Kontakt. Der 19-jährige Julius berichtet, dass er in der sechsten Klasse erstmals Politik bewusst wahrgenommen hat. Damals, 2015, hatte der in der Jugendkultur bekannte Youtuber LeFloid ein Interview mit Angela Merkel geführt. Das war ein Novum zu dieser Zeit. Denn so genannte Influencer wie LeFloid haben ihr Millionenpublikum nicht über politische Inhalte, sondern durch lustige Videos über Computer-Spiele oder andere Dinge gewonnen.

Und das Internet politisiert: Welche politische Dynamik es bei jungen Menschen entfalten kann, zeigt die Debatte um Artikel 13 der europäischen Urheberrechtsreform kurz vor der Europawahl 2019. Die europäische Urheberrechtsreform hatte ein gut gemeintes Ziel: Künstler sollen angemessener entlohnt werden, indem ihre Texte, Bilder, Fotos oder Filme auch im Internet nicht ohne ihre Zustimmung weiterverbreitet werden dürfen. Doch genau diese Praxis macht einen nicht unwesentlichen Teil der heutigen Internet-Kultur für die Jugend aus. Sie sahen mit der Reform ihre Form der Kommunikation und der Freiheit gefährdet. Für viele jüngere Menschen war das Urheberrecht daher neben dem Klimaschutz das dominierende Thema für die Europawahl.

Artikel 13 und die Folgen
Obwohl pro-europäisch gesinnt, gingen junge Menschen zu Tausenden auf die Straßen, organisierten sich im Netz und protestierten gegen die Pläne der Kommission. „Nehmt uns nicht weg, was ihr nicht versteht!“ malten protestierende Jugendliche auf ihre Demo-Schilder. Für die Generation stand die Welt Kopf – ihr Europa, das für Bewegungsfreiheit und Austausch steht, zeigte ihnen plötzlich die kalte Schulter. Der 19-jährige Julius erinnert sich, wie er von 13-jährigen Schülerinnen auf Podiumsdiskussionen auf das Thema angesprochen wurde. Und er war nicht der einzige Politiker, der diese Erfahrung machte. Die junge Netzgemeinde schaffte es, dass eine EU-Richtlinie für viele völlig aus dem Nichts zum Top- Thema wurde. Auch bei der anschließenden Wahl des Europäischen Parlaments machten die jungen Menschen deutlich: Wir wollen mitgestalten.

Für die CDU bleibt die Debatte um Artikel 13 in schmerzhafter Erinnerung. Denn der Groll der jungen Aktivisten richtete sich gezielt gegen EU-Berichterstatter und CDU-Mann Axel Voss. Schnell wurde so die ganze CDU zur Zielscheibe der Proteste. In den Sozialen Medien verbreiteten sich Boykottaufrufe für die Europawahl, versehen mit dem Hashtag #niewiedercdu. Bei den Wahlen gaben nur 11 Prozent der 18- bis 24-Jährigen der CDU ihre Stimme. Der Europaabgeordnete und stellvertretende CDA-Vorsitzende Dennis Radtke blickt nachdenklich auf die Urheberrechtsreform zurück: „Die ganze Debatte um Artikel 13 hat uns bei der Europawahl viele Stimmen bei jungen Wählern gekostet. Die Idee der Reform ist richtig, aber wir hätten uns viel stärker mit den Argumenten der jungen Leute auseinandersetzen müssen. Den Hash tag #niewiedercdu sehe ich noch heute häufig im Netz, da müssen wir verloren gegangenes Vertrauen wieder zurückgewinnen.“

Wie wird Parteiarbeit attraktiv?
Die neue Generation will gestalten. Derzeit verschafft sie sich über den Straßenprotest Gehör, aber das muss nicht so bleiben. Für den JCDA-Vorsitzenden Gernot Nahrung ist klar: „Wir müssen als CDU und CDA deutlich machen, dass junge Menschen bei uns mitbestimmen dürfen. Aber dafür müssen wir vor allem nach innen schauen. Es wird noch zu viel in Hierarchien gedacht. Zu oft werden junge Menschen nicht ernst genommen, weil sie angeblich noch nichts vorweisen können.“ In der Konsequenz fühlen sich viele Jugendliche oft nicht genug gehört. Vielen fehlen Räume, wo sie sich als „Macher“ präsentieren können und mit anpacken dürfen. „Als Junge CDA wollen wir genau das ermöglichen und testen verschiedene Ideen bei der Ansprache und der Partizipation. Wenn wir als Union insgesamt nicht zu einem Kulturwandel kommen, werden uns viele junge Menschen die kalte Schulter zeigen“, ist sich Nahrung sicher.

Dabei geht es auch anders. Der 19-jährige Julius findet seine Gestaltungsräume in der Kommunalpolitik: „Hier sind die Leute froh, mal jemand Jüngeres zu sehen, der mitmachen will“, sagt er. Yannick (20) ist Jurastudent in Berlin und in der Schüler Union aktiv, „hier konnte ich mich zu Themen einbringen, die mich direkt betreffen, und auch in der CDU etwas bewegen“ sagt er. Und auch die 16- jährige Schülerin Marit aus Potsdam ist schon in der Politik aktiv. Junge Menschen finden also auch in der CDU ihren Platz.

Angst vor Spaltung
Die CDU kann dabei vor allem mit einem Thema punkten: der Zusammenhalt der Gesellschaft, da sind sich die drei jungen Christ- Demokraten einig. Was auf den ersten Blick abstrakt erscheint, hat einen ganz praktischen Erfahrungshintergrund. Die Konfrontation mit falschen, populistischen oder gar hetzerischen Inhalten gehört zum Alltag der Teenager. Zwei Drittel der 14- bis 24-Jährigen nehmen das Internet als Raum wahr, in dem diejenigen, die sich äußern, mit Beleidigungen und Beschimpfungen rechnen müssen. Für 38 Prozent ist diese wahrgenommene „Beleidigungskultur“ ein Grund, auf die Äußerung der eigenen Meinung im Internet zu verzichten. Groß ist deshalb die Sorge vor einer zunehmenden Spaltung der Gesellschaft. Über die Hälfte der Befragten der Shell-Jugendstudie hat Angst vor wachsender Polarisierung. Marit beklagt: „Gerade im Netz kommt gar keine Debatte mehr auf. Auch unsere Generation redet zu wenig miteinander über Politik.“ Und auch Otto findet den zunehmenden Populismus erschreckend: „Die Leute informieren sich gar nicht mehr richtig.“

Ungeliebte Kompromisse
Trotz der Sorge vor Spaltung, haben es die Volksparteien bei den Jungwählern schwer, denn diese haben einen Hang zu klaren Positionen: „entweder – oder“ aber zumindest ein „so geht es nicht weiter“. Es soll sich etwas ändern, jetzt. Als Regierungsparteien in Bund und Ländern stehen SPD und CDU meistens für „sowohl – als auch“. Kein leichter Stand bei einer stärker politisierten Stimmung. „Die CDU muss wieder mehr sagen, wofür sie steht“, fordert deshalb auch JU-Mitglied Julius. Bei der Europawahl haben das vor allem die Grünen geschafft, ein starkes Europa und die Bekämpfung der Klimakrise waren deutliche Botschaften, die bei den Jungwählern gezogen haben. 33 Prozent der unter 30-Jährigen haben 2019 für die Grünen gestimmt. Die Balance halten, zwischen Zusammenhalt durch Kompromisse auf der einen und klaren Positionen und direkter Ansprache auf der anderen Seite, bleibt also eine Herkulesaufgabe für die Volkspartei der Mitte, auch und gerade in der jungen Generation.

Chance für Christlich-Soziale
Klima, gesellschaftlicher Zusammenhalt, Digitalisierung und Bildung – es sind alles Themen der neuen Generation, die ein hohes Maß an gesellschaftlicher Verantwortung mit sich bringen. Auf uns kommt eine Generation zu, die mitgestalten möchte. Anna und Lukas, Hanna und Leon und all die anderen wollen das nicht aus Egoismus, sondern aus Solidarität. Dieses Potential gilt es als Volkspartei zu nutzen und einzubinden. Auch Karl-Josef Laumann ist sich sicher: „Im Grunde sind wir mit vielen unserer Positionen nah bei der jungen Generation. Fairer Handel, gute Arbeitsbedingungen, Unterstützung für Hilfebedürftige – viele junge Menschen würden sicherlich das Grundsatzprogramm der CDA unterschreiben. Auch wenn der Start im gegenseitigen Verständnis etwas holprig war. Aber bei vielem wollen wir doch das gleiche. Wir müssen jetzt Formen finden, die jungen Menschen bei uns einzubinden.“

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