Beschlüsse

Gute Arbeit, gutes Leben: Leitplanken für die Digitalisierung der Arbeitswelt

Beschluss der 37. CDA-Bundestagung am 20. und 21. Mai 2017 in Ludwigshafen

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Unsere Positionen zum Thema

Ein umfassendes Verständnis von Bildung

Für die CDA ist Bildung mehr als Schulbildung: Zu unserem Bildungsbegriff gehört vorschulische, schulische, berufliche, kulturelle, religiöse, ethische und politische Bildung. Werteorientierte Bildung und Erziehung sollen Grundwerte bewusstmachen und einen Geist des sozialen Zusammenhalts fördern. Wir bekennen uns zum konfessionellen Religionsunterricht. Eine gesellschaftliche Kultur der sozialen Verantwortung braucht mündige Menschen, die nicht nur fachlich gebildet sind, sondern auch klare Wertmaßstäbe haben.

Menschen lernen in vielfältigen Erfahrungsräumen - in besonderer Weise in der Familie und ihrem sozialen Umfeld, aber auch in Bildungs- und Erziehungseinrichtungen, von der Kinderbetreuung über allgemeinbildende und berufliche Schulen bis zu Ausbildungsbetrieben, Hochschulen und Weiterbildungseinrichtungen. Außerdem gewinnen sie Wissen und Orientierung aus weiteren Quellen wie den Medien, der Natur und der Kultur.

Jede und jeder hat ein Recht auf Bildung. Für die CDA ist es eine Hauptaufgabe der Politik, allen Menschen in allen Lebensphasen Zugang zu Bildung zu verschaffen und sie zu fördern - entsprechend ihrer Fertig- und Fähigkeiten sowie ihrer individuellen Lebens- und Lernziele. Denn Bildung ist im besten christlich-sozialen Sinne subsidiär: Sie befähigt Menschen dazu, ihren eigenen Lebensweg zu gehen. Dabei soll die Angebotsstruktur die Lebenswirklichkeit der Menschen berücksichtigen.

Eine gesellschaftliche Bildungspartnerschaft

Bildung ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe. Die CDA steht für eine Bildungspartnerschaft zwischen Bund, Ländern, Kommunen, Institutionen und privaten Akteuren. Wir wollen ein abgestimmtes und kooperatives System von Elementarbildung, beruflicher Grundausbildung und Weiterbildung. Bildung darf dabei nicht Kriterien des ökonomischen Nutzens und der Verwertbarkeit untergeordnet werden.

Ein inklusives und durchlässiges Bildungssystem

Berufliche und akademische Bildung sind gleichwertig und für unsere Gesellschaft gleich wichtig. Vernetzung und Durchlässigkeit der Bildungswege schaffen Flexibilität und Chancengerechtigkeit im Bildungssystem. Die Politik muss die Voraussetzungen dafür schaffen, dass der Übergang von der Schule in berufliche Bildung und dann in die berufliche Praxis gelingt. Wir wollen inklusive, durchlässige und differenzierte Bildungswege unabhängig von sozialer und ethnischer Herkunft, die Leistung fördern und anerkennen. Bildungswege dürfen nicht zu Sackgassen werden. Jeder Mensch muss jederzeit die Chance haben, Bildungswege neu zu beschreiten. Die Begabungen und Fähigkeiten des Einzelnen müssen im Fokus bleiben. Daher muss ein breites Angebot an Schulformen und Maßnahmen vorgehalten werden. Alle Abschlüsse müssen anschlussfähig sein. Staat und Politik müssen gemeinsam mit Sozialpartnern und Zivilgesellschaft die Voraussetzung dafür schaffen, dass alle Menschen lebenslang lernen können.

Freiheit und Verantwortung in Lehre und Forschung

Wir machen uns stark für eine freie Forschung und eine breite Fächervielfalt an leistungsfähigen Hochschulen, die der humanistischen Bildungstradition in Deutschland entsprechen und den deutschen Erfinder- und Entdeckergeist weiter stärken und wecken. Wir wollen Werteorientierung in Lehre und Forschung. Freiheit in der Wissenschaft heißt Verantwortung übernehmen für das eigene Handeln und impliziert Unabhängigkeit, die nicht durch äußere Einflüsse angetastet werden soll. Wissenschaft als solche ist kein Selbstzweck, sie dient dem Ziel des steten Fortschrittes der Gesellschaft sowie der Ergründung von Vergangenheit und Gegenwart.

Den digitalen Wandel mit Bildung meistern

Der gesellschaftliche Wandel hin zu einer digitalen Welt ist eine Herausforderung, die nur mit gezielter Bildung gemeistert werden kann. Bildung kann Menschen einen Kompass an die Hand geben, der in der digitalen Welt Orientierung gibt. Dazu gehören technische Kompetenz und Offenheit für technische Entwicklungen genauso wie ethische Grundwerte. Das Erlernen des Umgangs mit Informations- und Kommunikationstechnologien muss in allen Phasen des lebenslangen Bildungsweges verankert werden. In Bildung und Ausbildung müssen gerade die Fähigkeiten und Persönlichkeitsmerkmale vermittelt werden, die durch Maschinen und künstliche Intelligenz nicht zu ersetzen sind.

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