Besonders in der Weihnachtszeit waren wieder viele Paketboten unterwegs. Es waren noch einmal deutlich mehr als bereits in den letzten Jahren. Viele Menschen meiden in Pandemiezeiten die Innenstädte und bestellen Geschenke kontaktfrei online. Doch die steigende Nachfrage kommt nicht bei den Beschäftigten an.

Im Gegenteil: Laut Zahlen der Bundesregierung ist der Mindestlohn der Paketboten seit 2007 um 15,4 Prozent gesunken. Immer seltener sind es Festangestellte, die die Pakete liefern, sondern Angestellte von Subunternehmen.

Der Arbeitnehmerflügel der CDU setzt sich daher für feste Anstellungen in der Paketbranche ein. Für Thilo Forkel, Vorsitzender der CDA Krefeld, ist klar: „Kostenlose Lieferungen dürfen nicht über Ausbeutung finanziert werden. Wir haben in der Fleischbranche gesehen, welche Arbeitsbedingungen aufgrund von Werkverträgen und Subunternehmen herrschen.

In der Paketbranche gibt es ähnliche Zustände. Pakete im Akkord, täglich 12 bis 16 Stunden ackern ohne Pause, bei ständigem Schlafmangel – das ist hier keine Seltenheit. Hier brauchen wir zeitgemäße gesetzliche Regeln, die vor Ausbeutung schützen“.

Der Schriftführer und Landesvorstandsmitglied der AG Junge CDA (JCDA), Marc van Oirschot, ergänzt: „Wir müssen darüber sprechen, ob wir Werkverträge in dieser Form weiter dulden wollen. Wenn Werkverträge zur Auslagerung von Beschäftigten genutzt werden, ist das nicht im Sinne des Gesetzes.“

„Wir setzen uns dafür ein, dass jeder die Chance auf eine feste Anstellung hat“, fordert die stellvertretende Vorsitzende Carola Ponzelar-Reuters. „Wir Verbraucher können in den Zeiten von Lockdown nur so gut beliefert und damit versorgt werden, weil es diese Menschen gibt, die sich täglich bis zur Erschöpfung dafür einsetzen. Sie haben es verdient, auch entsprechend entlohnt zu werden.“

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