Manfred Czock: Rente für die Zukunft

Bereits auf der Landes-SU-Tagung in Thale hatte ich in meinem Diskussionsbeitrag u. a. darauf hingewiesen, dass bei einem Rentenniveau 2030 von 44,3% und voller Besteuerung viele Arbeitnehmer unter das Grundsicherungsniveau fallen werden.
Jeder 2. Beschäftigte verdient derzeit unter 2500€ im Monat. Warum sinkt das Rentenniveau? Die Antwort ist: es war eine politische Entscheidung, weil die langfristige Finanzierung der Renten auch durch längere Lebenszeit und weniger Beitragszahler nicht zu halten schien. Es sollte einhergehen mit Stärkung der Betriebsrenten, Riester- und Rüruprenten.
Man muss wissen, erst bei einem Durchschnittsverdienst über 3000€ wird ein Rentenpunkt gutgeschrieben. Die genauer Berechnung hängt von vielen Faktoren ab. Das heißt aber auch, mit dem derzeitigen Mindestlohn ist Altersarmut vorprogrammiert.

Deshalb kann ich auch einige MdL nicht verstehen, dass sie bei der öffentlichen
Auftragsvergabe daran rütteln wollen, von den im Koalitionsvertrag vereinbarten Abmachungen abzuweichen.

Da sollten wir als CDA Widerstand entgegenbringen. Der gesetzliche Mindestlohn muss auf ein Niveau gebracht werden, auf dem man ohne Transferleistungen leben kann, vor allem bei Beschäftigten mit Berufsabschluss.

Das bei der SU-Landestagung darüber nicht diskutiert wurde, bedeutet, dass man dort das Problem noch nicht erkannt hat, bzw. nicht selbst davon betroffen ist. Wir als CDA, aber auch die anderen Vereinigungen, sollten uns noch mehr Gedanken um die Sorgen und Nöte der Menschen machen.

Nur so haben wir die Chance, weiterhin die PARTEI, die für die Menschen da ist, zu bleiben.